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Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und Fraktionschef Rainer Brüderle

Vor der Kür zum FDP-Spitzenkandidaten

Auftritt des "Stürmers" Brüderle

Am zweiten Tag ihres Bundesparteitags wollen die FDP-Delegierten Rainer Brüderle offiziell zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl küren. Der FDP-Fraktionschef soll nicht gewählt, sondern per Akklamation ernannt werden. Mit Spannung wird die für den Vormittag vorgesehene Rede Brüderles erwartet. Der 67-Jährige soll die Liberalen zusammen mit Parteichef Philipp Rösler als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf führen.

Zusammen aus dem Umfragetief?

Ausdrücklich hatte Rösler zu Beginn des Parteitags die Zusammenarbeit mit Brüderle hervorgehoben. "Wir brauchen jetzt ein starkes Team für die anstehende Bundestagswahl 2013: einen Kapitän und einen Stürmer, so wie er selber gesagt hat, der ein Tor ums andere schießen wird - für uns, für die Liberalen", so Rösler über Brüderle.

Allerdings muss die FDP weiterhin um den Einzug in den Bundestag fürchten. Laut dem aktuellen DeutschlandTrend kommt die Partei derzeit lediglich auf vier Prozentpunkte und droht damit, bei den Wahlen im Herbst an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

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FDP - Gestützte, Gestutzte, Gestürzte

Wer ist im FDP-Präsidium vertreten, wer wurde nicht gewählt? tagesschau.de gibt einen Überblick.

Rösler FDP

Philipp Rösler: Bei seiner Premiere 2011 in Rostock bekam der FDP-Parteichef 95,1 Prozent. Beim Parteitag in Berlin waren es jetzt weniger: 85,7 Prozent. Für Rösler dennoch ein Erfolg, immerhin sah es noch vor wenigen Wochen sehr schlecht aus für den FDP-Chef und seine Partei. Im Februar aber kam die Kehrtwende: 9,9 Prozent in Röslers Heimat Niedersachsen - und ein kluger Schachzug gegen seinen ärgsten Rivalen Rainer Brüderle: Rösler bot dem Fraktionschef den Vorsitz an. Brüderle war überrumpelt - und traute sich nicht. Einige halten Rösler weiter für eine Fehlbesetzung. Diesen innerparteilichen Kritikern trat er nun auf dem Parteitag mit einer äußerst kämpferischen Rede entgegen. (Foto: dpa)

Am zweiten Tag des Delegiertentreffens will sich die FDP auch mit Sachthemen beschäftigen. Auf dem Programm steht eine Debatte zu der von der Parteispitze angestrebten Öffnung für Mindestlöhne in weiteren Branchen. Geplant ist auch ein Beschluss zur Reform der sozialen Marktwirtschaft. Darin macht sich die Partei unter anderem für eine stabile Währung und solide Haushalte stark.

Überraschung bei der Präsidiumswahl

Am Samstag hatten die Delegierten über Posten im FDP-Präsidium abgestimmt und dabei gleich zwei Bundesminister abgestraft. Entwicklungsminister Dirk Niebel verlor seinen Platz in dem Führungsgremium. Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr aus dem mächtigen Landesverband Nordrhein-Westfalen scheiterte mit dem Versuch, in das Präsidium zu kommen.

Überraschend setzte sich der Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki in zwei Wahlgängen gegen die Minister durch. Nach einer starken Bewerbungsrede holte Kubicki 63,7 Prozent. Bahr bekam nur 33,3 Prozent. In einem ersten Wahlgang war bereits Entwicklungsminister Dirk Niebel ausgeschieden, der bisher den Beisitzerposten innehatte. Niebel war wegen Kritik an Parteichef Philipp Rösler kurz vor der Wahl in Niedersachsen in der Partei in Ungnade gefallen.

Christian Lindner (stellv. Vorsitzender FDP) über die Wiederwahl Röslers
tagesthemen 22:50 Uhr, 09.03.2013

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Den Sprung zurück in den Führungskreis der Bundespartei schaffte Christian Lindner. Die Delegierten wählten den Chef des Landesverbands Nordrhein-Westfalen mit 77,8 Prozent zum Stellvertreter von Parteichef Rösler. Lindner hatte Ende 2011 seinen Posten als Generalsekretär der Bundespartei auch wegen Differenzen mit Rösler aufgegeben.

Homburger verliert

Auf dem Vize-Posten bestätigt wurde Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die Bundesjustizministerin erhielt 83,7 Prozent. In einer Kampfabstimmung setzte sich der sächsische FDP-Landesvorsitzende Holger Zastrow gegen die baden-württembergische FDP-Chefin Birgit Homburger durch.

Zu Beginn des Parteitags hatten die Delegierten Rösler als Parteichef bestätigt. Der 40-Jährige wurde mit einer Zustimmung von 85,7 Prozent erneut zum Parteichef gewählt. Das ist weniger als bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren in Rostock. Damals hatte er 95,1 Prozent erhalten.

FDP-Chef Rösler mit 85,7 Prozent wiedergewählt
tagesthemen 22:50 Uhr, 09.03.2013, Oliver Mayer-Rüth, ARD Berlin

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Stand: 10.03.2013 03:40 Uhr

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