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Familienförderung der Bundesregierung
Weitgehend wirkungslos - oder gar kontraproduktiv
Milliarden Euro gibt der Staat jedes Jahr aus, um Kinder und Familien zu fördern. 156 einzelne Maßnahmen gibt es derzeit nach Angaben des Familienministeriums - ein Chaos, das eigentlich schon in Zeiten der Großen Koalition geordnet werden sollte.
Klarheit soll nun eine Kosten-Nutzen-Analyse schaffen, an der ein Expertengremium im Auftrag von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schon seit fünf Jahren arbeitet. Erste Ergebnisse dieser Studie sind durchgesickert und liegen dem "Spiegel" vor. Die brisante Zwischenbilanz: Ausgerechnet die teuersten Maßnahmen bringen oft die schlechtesten Ergebnisse.
Viele Maßnahmen mit kontraproduktiven Effekten
Manche der milliardenschweren Programme haben laut den Gutachtern sogar kontraproduktive Effekte: Sie hielten gut ausgebildete Frauen vom Arbeitsmarkt fern, verschärften die soziale Schieflage und förderten die Altersarmut, berichtet der "Spiegel". Hinzu kommt: Während Deutschland mit seinen Investitionen in die Familienförderung im internationalen Vergleich weit vorne liegt, ist es immer noch Schlusslicht, was Geburtenrate und Berufschancen junger Mütter betrifft.
Wie funktioniert das Ehegattensplitting?
04.02.2013, Stefan Rychlak, ARD aktuell
Paradigmenwechsel in der Familienpolitik
Nichts weniger als einen Paradigmenwechsel in der Familienpolitik fordert daher das Gutachterteam, das unter Regie der Basler Prognos AG arbeitet. Die nächste Bundesregierung müsse alle Maßnahmen auf den Prüfstand stellen. Ineffiziente Förderungen müssten gestrichen, wirksame aufgestockt werden.
tagesschau.de hat Kosten und bisher bekannte Kritikpunkte an den wichtigsten ehe- und familienbezogenen Maßnahmen zusammengestellt. Die Zahlen aus dem Jahr 2010 beruhen auf Angaben des Familienministeriums.
Stand: 04.02.2013 19:42 Uhr
