Kinder sind von hinten zu sehen, wie sie nebeneinander in einer Kita sitzen. | Bildquelle: dpa

Kita-Rechtsanspruch Immer noch fehlen zu viele Plätze

Stand: 01.08.2018 05:20 Uhr

Seit fünf Jahren haben Eltern rechtlichen Anspruch auf die Betreuung ihres Kleinkinds. Doch was auf dem Papier gut klingt, ist in der Realität schwierig - in vielen Kitas sind die Plätze rar.

Von Angela Wistuba, SWR

Dass es so schwierig werden würde, hätten sie nicht gedacht: Stefanie und Sebastian Kunze sind verzweifelt. Bereits einen Monat, nachdem sie von Stefanies Schwangerschaft erfahren hatten, informierten sie sich in Stuttgart über Kitas, besuchten etliche Einrichtungen und reichten fristgerecht Bewerbungen ein.

Warum es noch immer nicht ausreichend Kita-Plätze gibt
Mittagsmagazin, 01.08.2018, Eva Macht, SWR

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Inzwischen ist ihre Tochter Matea ein halbes Jahr alt. Anfang des kommenden Jahres soll sie in eine Kita gehen. Doch bisher: nur Absagen. Und die Zeit drängt - ab September wird Stefanie wieder arbeiten, ihr Mann hat noch Elternzeit bis Januar.

Und dann? In ganz Stuttgart finden sie keinen Betreuungsplatz für Matea. Sie fühlen sich im Stich gelassen: "Wir können momentan nichts planen, keiner hilft einem."

Stefanie und Sebastian Kunze, die Mutter hält ihre Tochter Matea auf dem Arm.
galerie

Frühzeitig wollten sich Stefanie und Sebastian Kunze um einen Kita-Platz für Matea kümmern - doch bisher gab es nur Absagen.

300.000 Plätze fehlen

Dabei haben Eltern seit dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kind oder auf die Betreuung durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater. Die Kommunen sind also per Gesetz verpflichtet, jedem Kind zwischen einem und drei Jahren einen Platz zur Verfügung zu stellen.

Trotzdem bekommen viele Kinder keinen Krippenplatz. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlen in Deutschland rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Westdeutschland fehlen deutlich mehr Betreuungsplätze als in Ostdeutschland. Am größten ist die Not in Bremen: Jedes fünfte Kind unter drei Jahren erhält keinen Betreuungsplatz. In Mecklenburg-Vorpommern dagegen sind die Chancen am größten, hier bekommen fast alle Kinder einen Platz.   

Mehr Geburten, zu wenig Personal

Der Bund unterstützt die Kommunen mit milliardenschweren Investitionsprogrammen beim Ausbau der Kitas. So wurden 2017 rund 42.000 unter Dreijährige mehr betreut als noch 2016. Doch das reicht nicht. Wegen steigender Geburtenraten, Zuwanderung und dadurch, dass immer öfter beide Elternteile arbeiten, benötigen viele Kleinkinder einen Betreuungsplatz.

Auf der anderen Seite herrscht ein Mangel an Personal. Laut nationalem Bildungsbericht werden bis 2025 rund 270.000 zusätzliche Erzieher für Kindergärten, -krippen und Tagespflege benötigt.

Manchmal hilft nur noch die Klage

Wenn die Eltern keinen Platz für ihr Kind ergattern, können sie beim örtlichen Verwaltungsgericht den Platz einklagen - oder, wenn das Kind privat betreut wird, die Erstattung des Differenzbetrags. Das kann durchaus langwierig sein. Bislang haben laut Städtetag weniger Eltern als erwartet geklagt. In Stuttgart gab es in den vergangenen Jahren etwa 70 Kitaplatz-Klagen.

Familie Kunze scheut sich, den Gerichtsweg einzuschlagen und sucht selbst nach einer Lösung: "Wenn wir weiterhin nichts finden", so Sebastian Kunze, "werde ich auch nach der Elternzeit zuhause bleiben müssen und das irgendwie mit meinem Arbeitgeber abstimmen."

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