Trauerbotschaften, Kerzen und Blumen für Susanna F | Bildquelle: REUTERS

Fall Susanna Verdächtiger soll die Tat gestanden haben

Stand: 09.06.2018 19:54 Uhr

Der festgenommene Verdächtige im Mordfall Susanna hat laut irakischer Polizei die Tat zugegeben. Am Abend wird Ali B. nach HR-Informationen im Polizeipräsidium in Wiesbaden erwartet.

Der im Nordirak festgenommene Verdächtige Ali B. hat nach irakischen Polizeiangaben zugegeben, die 14-jährige Susanna aus Mainz umgebracht zu haben. "Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben", so der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Ali B. habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei. "Er habe das junge Mädchen getötet, als es gedroht habe, die Polizei zu rufen", sagte Ahmad. Bei einer späteren Pressekonferenz erklärte der Polizeichef, der 20-Jährige habe ausgesagt, das Mädchen erwürgt zu haben.

Fall Susanna: Geständnis und Mahnwache
tagesschau 20:00 Uhr, 09.06.2018, Jonas Keinert, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Am Abend bereits in Frankfurt/Main?

Der HR erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass Ali B. am Abend im Polizeipräsidium Wiesbaden erwartet wird. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll er noch in der Nacht vernommen und dann einem Haftrichter vorgeführt werden.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird er in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt/Main gebracht. Von Bundesjustizministerium, hessischem Innenministerium und der Bundespolizei gibt es dazu bislang keine Stellungnahmen.

Der Tatverdächtige hatte sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden.

Die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna ist nach bisherigem Ermittlungsstand Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Ali B. steht im Verdacht, das Mädchen in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Er war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am vergangenen Samstag überhastet mit seiner gesamten Familie aus Deutschland ausgereist.

Auslieferungsantrag auf dem Weg

Der Antrag auf eine Auslieferung sei auf den Weg gebracht, sagte eine Sprecherin der Wiesbadener Staatsanwaltschaft. Letztlich entscheide das Auswärtige Amt, ob der Irak um die Auslieferung des Tatverdächtigen gebeten werde.

Der Fall hatte deutschlandweit für großes Aufsehen gesorgt - auch in der Politik. Diskutiert wird darüber, warum Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Merkel für konsequente Ahndung des Mordes

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert über den Tod der 14-Jährigen. "Das unfassbare Leid, dass der Familie und dem Opfer widerfahren ist, bewegt jeden und erfasst auch mich", sagte sie am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Sie sprach von einem "abscheulichen Mord" und plädierte für eine entschiedene Ahndung solcher Straftaten. Wenn die Tat bewiesen sei, müsse die Justiz "mit aller Klarheit ein Urteil sprechen".

Kanzlerin Angela Merkel bei G7-Gipfel in Kanada | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutte
galerie

Merkel sprach von einem "abscheulichen Mord" an Susanna.

Mehrere Kundgebungen in Mainz

Gedenken an die getötete Susanna | Bildquelle: AFP
galerie

Bei mehreren Veranstaltungen wird der 14-Jährigen gedacht.

In Mainz fanden zwei öffentliche Trauerkundgebungen für Susanna statt. Die AfD-Landtagsfraktion veranstaltete am Nachmittag eine Mahnwache vor der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei mit rund 100 Teilnehmern. Der AfD-Landesvorsitzende Uwe Junge wies Vorwürfe zurück, er missbrauche den tragischen Tod der Schülerin für parteipolitische Zwecke. Nach dem Mord an Susanna dürfe die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte er.

Zwei Stunden vor der AfD-Aktion hatte es am Rand des Mainzer Regierungsviertels eine andere Demonstration zum Gedenken an die ermordete Jugendliche gegeben, an der ähnlich viele, meist jüngere Menschen teilnahmen. Redner verurteilten dabei die Tat und alle Formen von Gewalt gegen Frauen, warnten aber davor, das Verbrechen für fremdenfeindliche Hetze zu instrumentalisieren. Für Montagabend hat der DGB eine größere Trauerkundgebung angemeldet, auch die evangelische Kirche hat zur Teilnahme an dieser Versammlung aufgerufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: