Kerzen und Blumen im Gedenken an die ermordete Susanna | Bildquelle: REUTERS

Fall Susanna Verdächtiger bereits heute in Deutschland?

Stand: 09.06.2018 11:27 Uhr

In den Fall der getöteten 14-jährigen Susanna kommt offenbar Bewegung: Laut Medien soll der im Irak festgenommene Verdächtige noch heute in Deutschland landen. Er soll nach Polizeiangaben die Tat gestanden haben.

Der im Mordfall Susanna verdächtige Ali B. soll nach übereinstimmenden Medienberichten am Abend auf dem Frankfurter Flughafen landen. Wann genau er ankommen soll, ist noch unklar. Er soll aber in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt/Main gebracht werden. Von Bundesjustizministerium, hessischem Innenministerium und der Bundespolizei gibt es dazu bislang keine Stellungnahmen.

Der Tatverdächtige hatte sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden.

Polizei berichtet von Geständnis

Ali B. soll inzwischen nach irakischen Polizeiangaben die Tat gestanden haben. "Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben", so der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ali B. habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei.

"Er habe das junge Mädchen getötet, als es gedroht habe, die Polizei zu rufen", sagte Ahmad. Bei einer späteren Pressekonferenz erklärte der Polizeichef, der 20-Jährige habe ausgesagt, das Mädchen erwürgt zu haben.

Die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene 14-jährige Susanna F. aus Mainz ist nach bisherigem Ermittlungsstand Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Ali B. steht im Verdacht, das Mädchen in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Er war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am vergangenen Samstag überhastet mit seiner gesamten Familie aus Deutschland ausgereist.

Auslieferungsantrag auf dem Weg

Der Antrag auf eine Auslieferung sei auf den Weg gebracht, sagte eine Sprecherin der Wiesbadener Staatsanwaltschaft. Letztlich entscheide das Auswärtige Amt, ob der Irak um die Auslieferung des Tatverdächtigen gebeten werde.

Der Fall hatte deutschlandweit für großes Aufsehen gesorgt - auch in der Politik. Diskutiert wird darüber, warum Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Mehrere Kundgebungen geplant

Nach dem Tod Susannas wollen heute mehrere Bündnisse und Initiativen in Mainz gegen Einwanderung oder gegen Rassismus demonstrieren. Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität meldete eine Demo in der Innenstadt an. Unter dem Motto "Stop the Violence - gegen sexualisierte Gewalt und Unterdrückung" plant eine Initiative am Hauptbahnhof eine Kundgebung und einen Zug zum Petersplatz nahe dem Schloss.

Gedenken an die getötete Susanna | Bildquelle: AFP
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In Mainz sind mehrere Kundgebungen für die ermordete 14-Jährige Susanna geplant.

Die "Gutmenschliche Aktion Mainz" lädt dort zu einer Trauerkundgebung ein, um sich gegen Rassismus zu wenden. Die AfD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz will ganz in der Nähe unter dem Motto "Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen!" vor der Staatskanzlei demonstrieren. Bereits gestern Abend hatten sich Menschen in der Nähe des Fundorts der Leiche zu einem Trauermarsch in Gedenken an Susanna versammelt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

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