Ali B. | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutt

Fall Susanna Ein Geständnis und offene Fragen

Stand: 11.06.2018 09:45 Uhr

Der Tatverdächtige im Fall Susanna hat die Tötung der 14-Jährigen in einem ersten Verhör gestanden. Nun konzentrieren sich die Ermittler auf die offenen Fragen: Etwa, warum einem Hinweis zuerst nicht nachgegangen wurde.

Flucht, Festnahme im Irak, Transport zurück nach Deutschland, Haftbefehl. Innerhalb weniger Tage sind die Ermittler im Mordfall Susanna weit gekommen. Der Verdächtige Ali B. hat in seiner ersten Vernehmung gestanden, die 14-Jährige aus Wiesbaden getötet zu haben. Allerdings bestritt der 20-Jährige, sie zuvor vergewaltigt zu haben. Derzeit sitzt er in Frankfurt am Main in U-Haft.

Laut einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft gab Ali B. als Tatmotiv an, "dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die infolge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde". Den Ermittlern zufolge kannte Susanna den Bruder von Ali B. und habe sich eine Beziehung mit ihm vorstellen können. Deshalb habe sich die 14-Jährige öfter in der Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden aufgehalten und auch den mutmaßlichen Täter gekannt.

Susanna war zwei Wochen lang vermisst worden, bevor ihre Leiche am Mittwoch in einem Erdloch in Wiesbaden entdeckt wurde.

Verdächtiger legt Teilgeständnis ab
Morgenmagazin, 11.06.2018, Oliver Feldforth, HR

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Offene Fragen

Nun arbeiten die Ermittler daran, die offenen Fragen im Fall zu beantworten. Unter anderem ist unklar, warum nach dem Hinweis einer Bekannten, dass Susanna tot sei, bis zum Fund der Leiche mehr als eine Woche verging. Die Polizei hatte die Hinweisgeberin, die im Urlaub war, zunächst nicht befragt.

Auch das Obduktionsergebnis und die Auswertung von DNA-Spuren stehen noch aus. Die Behörden erhoffen sich davon Klarheit über den Tathergang und den Täter. Wegen der langen Zeit zwischen Tod und Auffinden der Leiche ist allerdings unklar, wie aussagekräftig die Spuren noch sind.

Merkel für schnellere Abschiebung

Als Konsequenz aus dem Kriminalfall hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für schnellere Abschiebungen abgelehnter Flüchtlinge ausgesprochen. Der Asylantrag von Ali B. war im Dezember 2016 abgelehnt worden, wogegen er klagte. Weil dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen war, durfte er in Deutschland bleiben. Gegen Ali B. laufen mehrere Verfahren, unter anderem wegen des Verdachts auf Raub.

Laut einem Experten weckt der Fall Susanna Ängste in Teilen der Bevölkerung. Diese entstünden jedoch durch Fehleinschätzungen. Die tatsächlichen Zustände im Zusammenhang von Kriminalität und Flüchtlingen würden überschätzt, sagte der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner. "Wenn wie jetzt ein schreckliches Verbrechen geschieht und ein Mensch mit Fluchthintergrund der Täter sein soll, dann bleibt uns das viel besser im Gedächtnis hängen als wenn wir allgemein hören würden: Eine junge Frau ist Opfer einer sexualisierten Gewalttat geworden", erläuterte der Wissenschaftler. Das veranlasse die Menschen leicht zu der Annahme und Fehlwahrnehmung, dass sehr viele oder alle Flüchtlinge so seien, sagte Wagner.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 11. Juni 2018 um 05:44 Uhr.

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