Digitale Wahlmanipulation Kein "Wahrheitsministerium" wird helfen

Stand: 27.12.2016 15:17 Uhr

Falschmeldungen kursieren im Netz und wurden vor allem im US-Wahlkampf massiv verbreitet. Damit müssen Politiker laut Experten auch im Bundestagswahlkampf rechnen. Zensur sei aber keine Lösung, sagt Linus Neumann vom Chaos Computer Club bei tagesschau24.

Hacker legten Hunderttausende Telekom-Router lahm. Der US-Konzern Yahoo musste einen der größten Datendiebstähle gestehen. Im US-Wahlkampf verschafften sich Hacker Zugang zu E-Mails führender Demokraten. Cyberangriffe wie im Jahr 2016 blieben weiter an der Tagesordnung , sagen Experten.

Damit müssen Politiker auch im kommenden Bundestagswahlkampf rechnen. Unter anderem mit Fake-News, die im Netz über sie verbreitet werden. Die fallen so lange auf fruchtbaren Boden, bis die Menschen lernen, vertrauenswürdige Quellen einzuschätzen, sagte Linus Neumann vom Chaos Computer Club.

Linus Neumann, Chaos Computer Club, zur Verbreitung von Fake News
tagesschau24, 12:00 Uhr, 27.12.2016

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Fehlende digitale Kompetenz

Lügen in die Welt zu setzen, um andere zu täuschen, sei nicht neu, sagte Neumann. Doch anders als früher fielen die Lügen auf einen sehr fruchtbaren Boden. Der bestehe einerseits aus sozialen Netzwerken, die die Lügen wie selbstverstärkende autonome Kreise immer weiter verbreiten. Andererseits gebe es gleichzeitig eine Öffentlichkeit, die bereit sei, diese Nachrichten ungeprüft zu glauben - wissentlich und unwissentlich.

Es sei problematisch, dass Bürger nicht die Kompetenz haben, eine Quelle einschätzen zu können. Das gelte sogar für Politiker, wie der Fall um Pakistans Verteidigungsminister zeige. Dieser hatte erst vor wenigen Tagen offenbar eine Falschmeldung für wahr gehalten und daraufhin Israel mit dem Einsatz atomarer Waffen gedroht.

Justiz zu langsam für Schnelllebigkeit im Netz

Soziale Netzwerke für Fake-News in Haftung zu nehmen, sei rechtlich vielleicht möglich, so Neumann weiter. Doch die Justiz sei viel zu langsam. Es dauere Monate, bis ein einzelner Fake-News-Fall aufgeklärt sei, eine neue Falschmeldung sei dagegen in Minuten erstellt. "Der Schaden ist angerichtet, bevor jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann."

Zensur sei auch keine Lösung. "Bei Verbreitungen von Scheinbarwahrheiten und Lügen werden wir kein Ministerium für Wahrheit gründen können", so Neumann. Es sei besser, Täter "dingfest zu machen".

Zwei Vorschläge im Kampf gegen Fake-News

Im Kampf gegen Fake-News schlägt Neumann zwei Wege vor: Die Algorithmen, die zur Verbreitung der Nachrichten führen, anzupassen, "zu stutzen, sodass sie ein Korrektiv werden". Und Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Menschen Fake-News selbst erkennen können. Die Gesellschaft müsse immun gegen Falschnachrichten werden. "Wir müssen selbst die Fähigkeit entwickeln, die Wahrheit zu erkennen und uns unabhängig zu informieren."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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