Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe | Bildquelle: AFP

Deutsche Umwelthilfe Ein umstrittener Anwalt für die Umwelt

Stand: 22.02.2018 04:58 Uhr

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge könnten bald Realität werden. Doch wer hat das Thema überhaupt bis zum Bundesverwaltungsgericht gebracht? Die Deutsche Umwelthilfe. Ein Porträt.

Von Kathrin Wesolowski, ARD- Hauptstadtstudio

Sie hat das Dosenpfand durchgesetzt und macht sich unter anderem für die Einrichtung von Umweltzonen in den Städten stark. Die Deutsche Umwelthilfe ist medial präsent.

Dabei ist sie verglichen mit anderen Naturschutzorganisationen wie NaBu oder Greenpeace eher klein. Nur etwa 90 Mitarbeiter und 270 Mitglieder zählt die Umwelthilfe. Dennoch macht sie durch harte Forderungen und Klagen immer wieder auf sich aufmerksam.

Geschäftsführer Jürgen Resch kritisiert vor allem die Autoindustrie: "Die Automobilindustrie hat kein Interesse, die Klimaschutzziele, zu denen sie sich verpflichtet hat, einzuhalten. Wo sind die Maßnahmen, wo sind die Werbungen, wo sind die Produkte dafür?"

Gerichtsprozesse als Geschäft?

Seit 1975 gibt es die Deutsche Umwelthilfe. Ihr Budget liegt laut Jahresbericht bei etwa acht Millionen Euro. Das ist nur ein Bruchteil des Budgets anderer Umweltorganisationen. Im Gegensatz zu anderen Umweltorganisationen machen Spenden nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus.

Die meisten Gelder werden durch Klagen generiert. Die Umwelthilfe bringt Unternehmen vor Gericht, die Umweltrichtlinien verletzen. Ein Beispiel: Abmahnungen an Elektronikhersteller, die bei Kühlschränken die Energieeffizienz nicht ordentlich angeben.

Die Bußgelder und Erträge der ökologischen Marktüberwachung machen mehr als ein Viertel ihrer Einnahmen aus. Kritiker halten dies für reine Geldmacherei.

Doch Resch hält die Überwachung für notwendig: Weil es "ein aktives Wegschauen des Staates bei der Einhaltung von umweltbezogenen Verbraucherschutzvorschriften" gebe, kontrolliere "die Deutsche Umwelthilfe als vom Bundesamt für Justiz zugelassene Verbraucherschutzorganisation" eben die Einhaltung der Gesetze. Man finanziere die Arbeit aber nicht mit dieser "ökologischen Marktüberwachung" - sondern sei froh, so die damit verbundenen Aufwendungen finanzieren zu können.

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe, blickt auf ein mögliches Diesel-Fahrverbot
tagesschau24 10:00 Uhr, 22.02.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Fördergelder von Toyota

Umstritten sind auch die Fördergelder von Autoherstellern. So arbeitet die Umwelthilfe seit fast 20 Jahren mit Toyota zusammen. Deshalb sei man aber nicht weniger objektiv und kritisch - auch nicht gegenüber Toyota selbst.

"Wir haben Toyota auch bei den Dieselmotoren getestet und festgestellt, dass sie genauso betrügen wie andere Autohersteller. Also die Neutralität, die wir auch bei anderen Wirtschaftsunternehmen an den Tag legen, mit denen wir zusammenarbeiten, die haben wir bei Toyota auch", so Resch.

Kritik kam zuletzt auch von BMW. Der Grund: Die Umwelthilfe hatte behauptet, dass die Bayern ihre Dieselmotoren manipuliert hätten und machte dies publik. Das sieht BMW-Chef Harald Krüger aber anders: "Ich kann nochmal wiederholen: Wir haben bei den Dieselfahrzeugen nicht manipuliert."

Das beweise auch eine Unschuldsbestätigung des Kraftfahrtbundesamtes. Dennoch beharrt die Umwelthilfe darauf, dass BMW Motoren manipuliert habe. Aktuell führt die Umwelthilfe 19 Verfahren gegen neun Bundesländer. Das Ziel: Die Luftwerte verbessern und schmutzige Dieselfahrzeuge aus deutschen Städten verbannen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Februar 2018 um 06:50 Uhr.

Darstellung: