Zusagen gegenüber Datenschützern Facebook muss "Freundefinder" entschärfen

Stand: 22.01.2011 14:08 Uhr

Schriftzug des Online-Dienstes Facebook durch eine Lupe betrachtet | Bildquelle: dpa
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Viele Nichtmitglieder waren von der bisherigen Facebook-Praxis irritiert.

Das Online-Netzwerk Facebook hat deutschen Datenschützer im sogenannten "Friend Finder"-Verfahren (deutsch: "Freundefinder") offenbar weitgehende Änderungen zugesagt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das Verfahren hatte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar eingeleitet.

Anlass des Bußgeldverfahrens war die Facebook-Praxis, im Rahmen von Einladungs- und Synchronisierungsfunktionen die E-Mail- und Handy-Adressbücher seiner Nutzer auszuwerten. Dabei wurden auch Daten von Nichtnutzern ohne deren Einwilligung erhoben, langfristig gespeichert und zu Vermarktungszwecken genutzt. Damit bekamen selbst Personen Einladungen zu einer Facebook-Mitgliedschaft, die nie etwas mit dem Netzwerk zu tun gehabt hatten. Diese Einladungen enthielten oft auch Bilder von Personen, die sie teilweise tatsächlich kannten. Das irritierte viele Adressaten.

Die Hamburger Datenschützer bekamen nun laut "Spiegel" zugesichert, dass Facebook künftig jedem Mitglied eine "transparente Kontrolle über die von ihm importierten Adressen" ermöglichen wird. Dafür soll es ein Adressbuch geben, mit dessen Hilfe der Nutzer auswählen kann, wer eingeladen werden soll. Auch soll es Warnungen geben, bevor man Facebook das eigene Adressbuch anvertraut oder eine Einladung verschickt wird.

"Vielen ist nicht klar, woher Facebook das wissen kann"

"Facebook muss einblenden, dass der Nutzer nur Kontakte einladen soll, die er persönlich kennt und die seiner Meinung nach eine Einladung wollen", sagte Datenschutzbeauftragter Caspar dem "Spiegel": "Vielen ist überhaupt nicht klar, woher Facebook wissen kann, dass sie diese Mitglieder im echten Leben kennen." Der eingeladene Nicht-Facebook-Nutzer müsse ebenfalls informiert werden, warum er diese Mail erhält. Auch könne er verfügen, nie wieder von Facebook zu hören und seine Adresse sperren.

Offen ist, ob diese Änderungen neben Deutschland auch in weiteren Ländern angeboten werden.

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