"Freundefinder" verletzt angeblich Datenschutz Verbraucherschützer verklagen Facebook

Stand: 29.11.2010 20:33 Uhr

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat Klage gegen das Internetportal Facebook eingereicht. Nach Ansicht der Verbraucherschützer verstoßen Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Datenschutzbestimmungen von Facebook gegen geltendes Recht. Zu der Klage vor dem Landgericht Berlin habe man sich entschlossen, nachdem das US-Unternehmen nicht auf eine Abmahnung reagiert habe.

Schriftzug des Online-Dienstes Facebook durch eine Lupe betrachtet | Bildquelle: dpa
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Neuer Ärger für Facebook: Verbraucherschützer verklagen das Internetportal.

Hauptkritikpunkte seien der Adressbuch-Import und die Einladung von Nicht-Mitgliedern über den sogenannten Freundefinder. Diese Funktion verleite Nutzer dazu, Facebook sämtliche E-Mail-Kontakte preiszugeben. So wird es einerseits leichter, eigene Bekannte in dem Netzwerk zu finden. Doch der Import des E-Mail- Adressbuches macht es auch möglich, diejenigen Kontakte zu Facebook einzuladen, die dort noch nicht registriert sind - und das vielleicht auch nicht wollen. "Im Fall Facebook wird deutlich, dass insbesondere Anbieter aus den USA sich nicht um europäische Datenschutzstandards kümmern", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Facebook zeigt sich abwartend

Facebook wollte sich nicht umfassend äußern, weil die Klage noch nicht im Detail vorliege. Gleichzeitig verwies ein Sprecher auf Gespräche mit dem für Facebook zuständigen Datenschutzbeauftragten in Hamburg, Johannes Caspar. Dabei gehe es auch um den "Freundefinder". Das Internetportal hat nach eigenen Angaben weltweit 500 Millionen Nutzer.

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