Facebook-Gründer Mark Zuckerberg  | Bildquelle: REUTERS

Hasskommentare auf Facebook Erfolg verpflichtet

Stand: 26.02.2016 14:29 Uhr

Facebook hat angekündigt, verstärkt gegen Hasskommentare vorzugehen - mal wieder. Bundesjustizminister Maas hat seinerseits angekündigt, das Unternehmen dabei genau zu beobachten. Beobachten ist eigentlich auch eine Aufgabe von Journalisten - Facebook macht es ihnen aber sehr schwer.

Bundesjustizminister Heiko Maas will genau im Blick behalten, wie Facebook seine Zusagen einhält, verstärkt gegen Hasskommentare vorzugehen. "Wir werden beobachten, wie erfolgreich diese Initiativen in der Praxis sind", sagte der SPD-Politiker den "Ruhr-Nachrichten".

Justizminister Heiko Maas | Bildquelle: AP
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Heiko Maas will Facebook beobachten

Mark Zuckerberg - der derzeit in Berlin zu Besuch ist - hätte laut Maas mit Facebook unsere alltägliche Kommunikation massiv verändert und geprägt. Vom Axel-Springer-Verlag wurde Zuckerberg gerade erst mit dem BILD-Award ausgezeichnet, da er mit Facebook "das Kommunikationsmittel einer neuen Generation" geschaffen habe. "Zu dem Erfolg seines Unternehmens gratuliere ich ihm", sagte Maas. Damit verbunden sei aber auch eine besondere Verantwortung für das, was bei Facebook passiere.

Zuckerberg räumte Fehler beim Löschen von Hasskommentaren ein. "Ganz ehrlich, bis vor kurzem haben wir das in Deutschland nicht gut genug gemacht, und wir werden hier auch weiterhin eine bessere Arbeit leisten müssen", sagte der 31-jährige Facebook-Gründer. "Wir hören die Botschaft klar und deutlich, und wir haben uns verpflichtet, es besser zu machen."

Justizminister Maas machte sich auch für eine konsequentere Strafverfolgung wegen volksverhetzender Äußerungen in sozialen Netzwerken stark und kündigte an, das Thema im März bei einem Treffen mit seinen Länderkollegen auf die Agenda zu nehmen. "Daneben muss Facebook aber dafür sorgen, dass diese Äußerungen auch aus dem Netz verschwinden."

Keine Kamerateams, keine Interviews

Wie genau Facebook das anstellen möchte, interessiert auch die insgesamt 60 Studenten und Mitarbeiter vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, die im Vorfeld des heute in Berlin stattfindenden Townhall-Meetings ausgewählt wurden, um ihre von Facebook vorgefilterten Fragen zu stellen. Immerhin dürfen sie überhaupt Fragen stellen. Kamerateams hatten keinen Zugang zur Veranstaltung, Interviews ließ Mark Zuckerberg auch nicht zu. Eigentlich sollte es eine Art Pressezentrum geben, von wo aus die Journalisten die Fragerunde hätten anschauen können. Das gebe es nun aber doch nicht, wurde den Journalisten vor Ort lapidar mitgeteilt.

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