Facebook Symbolbild  | Bildquelle: REUTERS

Hasskommentare im Netz Facebook setzt deutsche Löschtruppe ein

Stand: 15.01.2016 16:08 Uhr

Facebook plant erstmals von Deutschland aus gegen Hasskommentare vorzugehen. Das berichtet "Der Spiegel". Für die Überprüfung der Inhalte holt Facebook sich externe Unterstützung von der Bertelsmann-Tochter Arvato.

Facebook geht laut einem Medienbericht erstmals von Deutschland aus gegen Hasskommentare vor. Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten sogenannte Customer Care Agents vom externen Dienstleister Arvato eingestellt, um gezielt deutschsprachige Hetze auf Facebook aufzuspüren und zu löschen, berichtete der "Spiegel". Einen solchen Schritt hatte zuvor unter anderem Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gefordert.

Eine dreistellige Zahl von "Agents" werde von Berlin aus ausschließlich für Facebook Inhalte überprüfen, bestätigte die Bertelsmann-Tochter Arvato. Dabei würden nicht nur deutsche Muttersprachler eingesetzt, sondern auch Kontrolleure, die fließend Arabisch, Französisch oder Türkisch sprechen.

Eine Facebook-Sprecherin sagte, mit der Investition wolle das Unternehmen sicherstellen, dass Verstöße gegen "unsere Gemeinschaftsstandards" effektiver bearbeitet würden.

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz begrüßte, dass Facebook sein bisheriges Kontrollverfahren nun ändere. Zugleich betonte er, hasserfüllte Inhalte müssten nicht nur gelöscht, sondern auch nach Abgleich mit der deutschen Rechtslage falls nötig an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Ob das tatsächlich geschehe, sei noch unklar. "Es bleibt viel zu tun", sagte von Notz.

Im Dezember hatte Facebook angekündigt, aufwiegelnde Kommentare und Bilder künftig möglichst binnen 24 Stunden von seiner Seite zu entfernen. Zugleich räumte das Unternehmen ein, dass eine umfassende Kontrolle aufgrund der starken Zunahme eindeutiger Hassbotschaften schwierig sei. Facebook kündigte zudem an, mit zivilgesellschaftlichen Partnern bis Mitte 2016 einen Leitfaden zum Thema "Hate Speech" im Netz zu entwickeln und Initiativen zur Gegenrede zu stärken.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Januar 2016 um 21:10 Uhr.

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