Europäische Zentralbank EZB

Trotz Inflation Draghi bleibt bei Nullzinspolitik

Stand: 19.01.2017 17:22 Uhr

Ungeachtet der gestiegenen Inflation im Euroraum hält die EZB an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Der Leitzins bleibe bei null Prozent, teilten die Währungshüter mit. Und daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich von ihrer Null-Zins-Politik nicht abbringen. Weiterhin müssen Geschäftsbanken keine Zinsen zahlen, wenn sie Geld von der Zentralbank bekommen. Das gab die EZB am Mittag bekannt. Und ein Ende der Niedrigzins-Politik ist vorerst nicht absehbar. Der Leitzins werde weit über die Zeit des Anleihe-Kaufprogramms hinaus auf dem aktuellen Niveau von 0,0 Prozent bleiben, hieß es aus Frankfurt.

Die EZB hatte im Dezember angekündigt, ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere um neun Monate bis Ende dieses Jahres zu verlängern. Von April an will die Notenbank allerdings monatlich nur noch 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro in den Markt pumpen.

Teuerung in der Eurozone

Und das, obwohl Ende vergangenen Jahres die Inflation in der Eurozone um 1,1 Prozent gestiegen war - so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr. Trotzdem hatten Volkswirte damit gerechnet, dass das nicht ausreicht, um einen Kurswechsel der EZB einzuleiten. EZB-Präsident Mario Draghi selbst hatte die Hoffnungen auf eine baldige Zinswende gedämpft.

Politiker und Ökonomen in Deutschland nahmen den jüngsten Anstieg der Teuerung zum Anlass, den Druck auf die EZB zu erhöhen: Die Notenbank müsse jetzt das Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik einläuten. Sparer leiden seit Jahren unter den extrem niedrigen Zinsen. Kreditnehmer dagegen profitieren.

Geldschwemme soll Inflation anheizen

Das viele billige Geld soll im Idealfall die Wirtschaft ankurbeln und auch die Teuerung anheizen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Das könnte die Wirtschaftsentwicklung abwürgen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2017 um 15:38 Uhr.

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