Eine Animation zeigt den Esa-Satelliten "Lisa Pathfinder". | Bildquelle: AFP

ESA schießt Satelliten ins All "LISA Pathfinder" ist Einstein auf der Spur

Stand: 03.12.2015 11:21 Uhr

"LISA Pathfinder" heißt ein neuer Satellit, den die Weltraumagentur Esa jetzt erfolgreich ins All geschossen hat. Er soll sogenannte Gravitationswellen nachweisen, die Einstein vorhergesagt hat. Wenn es klappt, wird die Technik in einem Weltraumobservatorium eingesetzt.

Um Gravitationswellen im All zu finden und letztlich die Entstehung des Universums besser zu verstehen, hat die Europäische Weltraumorganisation ESA den neuen Satelliten "LISA Pathfinder" gestartet. Um 05.04 Uhr MEZ hob eine Vega-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana ab - mit an Bord der neue Satellit. Der Start war wegen technischer Probleme um einen Tag verschoben worden.

Vega-Trägerrakete bringt Forschungssatelliten ins All
tagesschau 14:00 Uhr, 03.12.2015, Jan-Peter Bartels, HR

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Etwa zwei Stunden lang mussten die Wissenschaftler im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt auf das Bestätigungs-Signal warten. Dann war klar: "LISA Pathfinder" ist alleine im All unterwegs. "Alles läuft wie im Bilderbuch", sagte ESA-Direktor Thomas Reiter dem Hessischen Rundfunk.

Testlauf für ein großes Weltraum-Observatorium

Pathfinder steht eine 1,5 Millionen Kilometer lange Reise bevor. Sein Ziel zwischen Erde und Sonne soll der Satellit Mitte Februar 2016 erreichen. Anschließend soll Pfadfinder neue Technik für ein in etwa 20 Jahren geplantes großes Weltraumobservatorium testen, mit der Gravitationswellen aufgespürt werden könnten. "Die Grundlagenforschung dient dem besseren Verständnis der Welt, in der wir leben", meinte ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner. Die Mission kostet etwa 400 Millionen Euro.

Sebastian Kisters, HR, zum Start der Vega-Trägerrakete
tagesschau24 09:30 Uhr, 03.12.2015, Sebastian Kisters, HR

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Einstein sagte Gravitationswellen vorher

Gravitationswellen wurden von Albert Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt und gehören zu den am schwersten fassbaren Kräfte im Universum. Die Wellen breiten sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit aus und verbiegen den Raum, ähnlich wie die Wellen eines ins Wasser geworfenen Steins eine Seeoberfläche kräuseln. Bisher ließen sich die Wellen aber nicht direkt nachweisen. Es gibt aber auch kaum ernsthafte Zweifel an ihrer Existenz.

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