Frau fährt an Regel mit Käse und anderen Milchprodukten vorbei.

Vergiftung von Lebensmitteln Zahlreiche Hinweise auf Erpresser

Stand: 29.09.2017 06:40 Uhr

Mehrere Handelskonzerne in Deutschland werden erpresst. Ein Unbekannter droht mit der Vergiftung von Lebensmitteln und fordert einen zweistelligen Millionenbetrag. Erste verdächtige Produkte wurden bereits sichergestellt. Bei der Polizei gingen bereits zahlreiche Hinweise ein.

Ein oder mehrere Täter erpressen Handelskonzerne um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag". Das teilte die Polizei Konstanz mit. Sollten die Unternehmen nicht zahlen, würden bundes- und europaweit vergiftete Lebensmittel in den Filialen der Konzerne deponiert, laute die Drohung.

Welche Lebensmittelkonzerne und Drogerieunternehmen betroffen seien, sagten die Ermittler nicht. Es sei damit gedroht worden, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften. Die Polizei spricht von einem "bundesweit bedeutsamen Fall". Die Drohung sei glaubhaft, da der Täter am 16. September fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung in in Geschäften in Friedrichshafen abgestellt habe, sagte der stellvertretende Konstanzer Polizeipräsident Uwe Stürmer.

Fahndungsfoto des Polizeipräsidiums Konstanz soll einen der Lebensmittelvergiftung verdächtigten Mann zeigen. | Bildquelle: Polizeipräsidium Konstanz
galerie

Die Polizei hält diesen Mann für dringend verdächtig, vergiftete Lebensmittel in einem Supermarkt deponiert zu haben.

Fahndungsfoto veröffentlicht

Der Täter habe die Polizei darüber informiert, so dass die Produkte sichergestellt werden konnten. Sie enthielten Ethylenglycol, eine bei Raumtemperatur farb- und geruchlose Flüssigkeit. Der Stoff ist giftig und greift nach dem Verschlucken zunächst das Zentrale Nervensystem an, dann das Herz und schließlich die Nieren. In größeren Mengen kann Ethylenglycol tödlich sein.

Die Kameraüberwachung in einem Markt habe eine Person aufgenommen, die verdächtigt wird, die Tat verübt zu haben. Die Polizei veröffentlichte die Bilder, mit denen sie nach dem mutmaßlichen Täter fahndet. Es handele sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mittlerer Größe mit schlanker, sportlicher Statur, sagte Stürmer. Der Mann habe "eventuell zur Tarnung" eine Brille getragen. Besonders auffällig sei ein weißer Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten. "Bei dem Mann handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Giftausbringer."

Erpresser droht mit vergifteten Lebensmitteln
nachtmagazin 00:00 Uhr, 29.09.2017, Martin Schmidt, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Soko mit 220 Ermittlern

Die Warnung vor vergifteten Lebensmitteln dürfe nicht auf Babynahrung beschränkt bleiben, erklärte Stürmer. In dem Erpresserschreiben waren demnach keine bestimmten Lebensmittel genannt. Es sei davon auszugehen, dass der Täter "sehr skrupellos" sei. Die Ermittler baten Kunden, beim Kauf von Produkten auf mögliche Manipulationen zu achten. Es bestehe aber kein Anlass zu Panik und Hysterie.

Um den Fall zu klären, wurde eine Sonderkommission "Apfel" mit rund 220 Ermittlern gegründet. Eine internationale Fahndung nach dem Erpresser läuft, vor allem in Österreich und der Schweiz. Inzwischen gingen zahlreiche Hinweise ein. Bisher seien über 650 Anrufer bei der Polizei gemeldet, sagte ein Polizeisprecher in Konstanz am Morgen. Der stellvertretende Konstanzer Polizeipräsident Stürmer sagte dem SWR, es gebe mehrere hundert Hinweise.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. September 2017 um 11:00 Uhr.

Darstellung: