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Noro-Virus in Erdbeeren

Magen-Darm-Infektionen

Erdbeeren waren schuld

Die Ursache für die massenhaften Brechdurchfall-Erkrankungen ist gefunden: Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts ergaben, dass mit Noroviren verseuchte tiefgefrorene Erdbeeren mit hoher Wahrscheinlichkeit die Krankheitswelle mit rund 11.200 Betroffenen auslösten. Das sächsische Gesundheitsministerium bestätigte dies.

Dem Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt sei im Auftrag des Freistaats der Nachweis von Noroviren in einer Probe Erdbeeren gelungen. Weitere Ursachen für den Brechdurchfall würden ausgeschlossen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die verbliebene Charge Tiefkühl-Erdbeeren wurde aus dem Verkehr gezogen. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen die betroffenen Erdbeeren aus China.

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge hatten chinesische Behörden dies zuvor zurück gewiesen. Es gebe keinerlei Beleg dafür, dass der Brechdurchfall Tausender deutscher Schüler auf unreine Erdbeeren aus China zurückzuführen sei, hatte eine Verantwortliche des Amts für Außenhandelsüberwachung und Quarantäne der Hafenstadt Qingdao (CIQ) der Zeitung gesagt. Dies war allerdings, bevor dem Robert-Koch-Institut der Nachweis gelang.

Die Erdbeeren wurden zu Kompott verarbeitet

Ein Großhändler hatte sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weitere Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert. Ein Caterer habe die Erdbeeren zugeliefert bekommen und sie anschließend zu Kompott verarbeitet, der mit Grießbrei gereicht wurde.

Noroviren sind besonders widerstandfähig

Großküche
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Das Essen war an Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert worden.

Nach Angaben der Ermittler ist es zu den Infektionen wahrscheinlich in Einrichtungen gekommen, die diese Tiefkühlware vor dem Servieren als Nachspeise nicht vollständig erhitzt hätten. Wenn gefrorene Erdbeeren nur aufgetaut oder zu schwach erhitzt würden, könnten nicht alle Keime sicher abgetötet werden. Noroviren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig. Sie waren auch von Anfang an im Visier der Mikrobiologen. Die unterschiedliche Art des Auftauens könnte nach Angaben der Ermittler erklären, warum es in einigen Einrichtungen zum Brechdurchfall kam, in anderen aber nicht. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die Erdbeeren nicht in den Einzelhandel gekommen, sondern es handelte sich um Großpackungen.

Die Firma Sodexo lässt bisher offen, welche Entschädigung Schulen und Tausende Schüler für die Brechdurchfall-Epidemie in Ostdeutschland bekommen sollen. "Wir wissen, dass wir entschädigen wollen, wir wissen aber noch nicht, wen, wie und wann", sagte Tim Bechtel von der PR-Agentur des Unternehmens aus Rüsselsheim am Montag.

Tiefgefrorene Erdbeeren offenbar Auslöser für Magen-Darm-Erkrankung in Ostdeutschland
tagesschau 20:00 Uhr, 05.10.2012, Kerstin Joachim, RBB

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In Ostdeutschland sind bisher rund 11.200 Menschen an Brechdurchfall erkrankt, vorwiegend Kinder und Jugendliche. Die Zahlen gab das Robert-Koch-Instituts bekannt und erklärte die Epidemie zugleich für beendet. Seit dem Wochenende seien keine Neuerkrankungen mehr aufgetreten. Bei den meisten Patienten verlief die Infektion unkompliziert. 32 Patienten kamen allerdings in ein Krankenhaus. Das RKI wertet den Ausbruch insgesamt als die bisher größte lebensmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland.

Stand: 08.10.2012 18:36 Uhr

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