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Magen-Darm-Infektionen

Waren Tiefkühl-Erdbeeren schuld?

Die Ursache für die massenhaften Brechdurchfall-Erkrankungen ist offenbar gefunden. Wahrscheinlich haben tiefgefrorene Erdbeeren die Krankheitswelle mit rund 11.200 Betroffenen ausgelöst. Ein Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigte dies. Auch nach Angaben eines Sprechers des Thüringer Gesundheitsministeriums sollen tiefgekühlte Erdbeeren Hauptquelle für die Infektionen sein. Dies betreffe "mindestens Thüringen und Sachsen", sagte er.

Großküche
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Das Essen war an Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert worden.

Aus Kreisen der Lebensmittelfahnder hieß es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weitere Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert. Ein Caterer habe die Erdbeeren zugeliefert bekommen und sie anschließend zu Kompott verarbeitet, der mit Grießbrei gereicht wurde.

Noroviren sind besonders widerstandfähig

Zu den Infektionen sei es wahrscheinlich in Einrichtungen gekommen, die diese Tiefkühlware vor dem Servieren als Nachspeise nicht vollständig erhitzt hätten. Wenn gefrorene Erdbeeren nur aufgetaut oder zu schwach erhitzt würden, könnten nicht alle Keime sicher abgetötet werden. Noroviren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig. Sie waren auch von Anfang an im Visier der Mikrobiologen. Die unterschiedliche Art des Auftauens könnte nach Angaben der Ermittler erklären, warum es in einigen Einrichtungen zum Brechdurchfall kam, in anderen aber nicht.

Für die weiteren Ermittlungen ist die gesamte verdächtige Erdbeerware bereits gesperrt worden - oder sie wird gerade zurückgerufen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die Erdbeeren nicht in den Einzelhandel gekommen, sondern es handelte sich um Großpackungen.

In Ostdeutschland sind nach den jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts bisher rund 11.200 Menschen an Brechdurchfall erkrankt, vorwiegend Kinder und Jugendliche. Bis auf Sachsen ist die Welle nach einem Höhepunkt zwischen dem 25. und 28. September aber wieder abgeebbt. Bei den meisten Patienten verlief die Infektion unkompliziert. 32 Patienten kamen allerdings in ein Krankenhaus. Das RKI wertet den Ausbruch insgesamt als die bisher größte lebensmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland.

Stand: 05.10.2012 19:50 Uhr

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