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[Bildunterschrift: Schüler einer 7. Klasse schreibt Rechenergebnisse an die Tafel. (Archiv) ]
Die Idee des türkischen Ministerpräsidenten Racep Tayyip Erdogan, in Deutschland türkischsprachige Bildungsstätten einzuführen, ist in der Großen Koalition auf Protest gestoßen. Besonders deutlich äußerten sich Vertreter der Union. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble forderte im RBB-Inforadio die Türken in Deutschland dazu auf, sich nicht in ihre eigene türkische Welt zurückzuziehen. Sie sollten stattdessen dafür sorgen, dass sie selbst und ihre Kinder die deutsche Sprache lernten. Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber bezeichnete Erdogans Vorschlag in der Bild am Sonntag als "Gift für die Integration".
Auch die SPD wies den Vorschlag Erdogans zurück. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün erklärte, man wolle keine Kinder, die körperlich in Deutschland und geistig und seelisch in der Türkei lebten. Dort herrsche eine andere Lebenswelt als hier, so Akgün in der Frankfurter Rundschau.
Vertreter von SPD, FDP und Grünen riefen die Union in einem offenen Brief dazu auf, die Integrationspolitik nicht wie beim Wahlkampf in Hessen, aus taktischen Gründen, zu einem Wahlkampfthema zu "degradieren". In dem Brief riefen sie die Unionsparteien dazu auf, ihre Haltung zur Eingliederung von Ausländern in Deutschland zu klären.
Erdogan hatte die Idee türkischer Schulen und Universitäten vorgebracht, um die in Deutschland lebenden Türken besser in die Gesellschaft zu integrieren. Nach einer Gesprächsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreichen Schülern im Kanzleramt hatte Erdogan erklärt, die Türkei sei bereit dafür Lehrer aus der Türkei nach Deutschland zu schicken. Er verwies dabei auf deutsche Schulen in der Türkei. Türkische Schulen in Deutschland zu verhindern, wäre ein Fehler, so Erdogan.
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