Andreas Hollstein mit Kanzlerin Merkel | Bildquelle: dpa

Angriff auf Bürgermeister Entsetzen über Messerattacke auf CDU-Politiker

Stand: 28.11.2017 10:24 Uhr

Nach dem offenbar politisch motivierten Angriff auf den Bürgermeister der Stadt Altena zeigen sich Politiker aller Parteien entsetzt. Der für seine Flüchtlingspolitik bekannte CDU-Politiker hat das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Steffen Seibert @RegSprecher
Kanzlerin #Merkel: „Ich bin entsetzt über den Messerangriff auf Bürgermeister Andreas Hollstein - und sehr erleichtert, dass er schon wieder bei seiner Familie sein kann. Dank auch an die, die ihm geholfen haben.“ #Altena

Mit Entsetzen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den Messerangriff auf den Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), reagiert. Sie sei aber zugleich "sehr erleichtert", dass Hollstein schon wieder bei seiner Familie sein könne, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstagmorgen im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Mutmaßlicher Täter in Haft

Der Bürgermeister der Stadt im Sauerland war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hagen am Montagabend vor einem Imbiss von einem Mann mit einem Messer angegriffen worden.

Hollstein sei mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden, habe es inzwischen aber wieder verlassen können. Auch ein Mann, der Hollstein zu Hilfe eilte, wurde offenbar leicht verletzt. "Ich habe zupackende Menschen an meiner Seite gehabt und bin froh, dass ich noch lebe", sagte Hollstein der "Lokalstimme".

Ein Behördensprecher bestätigte die Festnahme des mutmaßlichen Täters. Die Ermittler schließen einen politischen Hintergrund nicht aus. Altena war im Mai mit dem nationalen Integrationspreis für sein Engagement in der Flüchtlingspolitik ausgezeichnet worden.

Eine Polizeistreife vor dem mutmaßlichen Tatort in Altona | Bildquelle: dpa
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Eine Polizeistreife fährt an der Dönerbude vorbei, die Tatort der Messerattacke gegen Altenas Bürgermeister Hollstein gewesen sein soll

Fremdenfeindliches Motiv wahrscheinlich

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) machte der Angreifer bei der Tat Bemerkungen zur Flüchtlingspolitik. "Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass es einen politischen Hintergrund bei diesem Anschlag gibt", sagte Laschet.

Die 17.000 Einwohner zählende Stadt im Sauerland wurde bundesweit durch ihr Integrationskonzept "Vom Flüchtling zum Altenaer Mitbürger" bekannt. Teil des Konzepts war, dass Flüchtlinge in Wohnungen statt in Sammelunterkünften untergebracht werden. Altena nahm zudem auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise freiwillig mehr Menschen auf, als der Stadt zugewiesen wurden.

Heiko Maas @HeikoMaas
Schreckliche Nachricht aus Altena. Gute Besserung, BM Andreas Hollstein @Hollstein63. Dürfen niemals akzeptieren, dass Menschen attackiert werden, nur weil sie anderen helfen. In unserem Land darf kein Platz sein für Hass und Gewalt. https://t.co/8GBqqEEjJe

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) schrieb auf Twitter: "Dürfen niemals akzeptieren, dass Menschen attackiert werden, nur weil sie anderen helfen." In Deutschland dürfe "kein Platz sein für Hass und Gewalt".

Der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) schrieb bei Twitter: "Alle guten Wünsche an Andreas Hollstein, dem großartigen Bürgermeister Altenas." Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) äußerte sich ebenfalls schockiert: "Entsetzlich. Meine Solidarität gilt Herrn Hollstein & dem ebenfalls verletzten Mann."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. November 2017 um 10:00 Uhr.

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