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Inland
Energiewende: Trittin warnt vor Panikmache
Debatte um Energiewende

"Wir können uns den Atomausstieg leisten"

Bis 2020 hält Grünen-Fraktionschef Trittin den Atomausstieg für machbar. Und: Er hält ihn für bezahlbar. Im Bericht aus Berlin sagte Trittin, zu finanzieren sei der Ausstieg über den Abbau von umweltschädlichen Subventionen. Er glaube nicht, dass man über Steuererhöhungen reden müsse.

Trittin wies den Vorwurf zurück, der Atomausstieg werde zu hektisch vorangetrieben: "Wir haben in den letzten Jahren ein stürmisches Wachtum erneuerbarer Energien erlebt. Das hat dazu geführt, dass wir zu einem Netto-Stromexporteur geworden sind." Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten habe sich als "Wachstumsbremse" erwiesen. Diese Bremse wegzunehmen, das sei die wesentliche Voraussetzung, umsteigen zu können. "Es geht um Umstieg, nicht um Ausstieg", betonte Trittin.

Trittin verwies auf die Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Dieser sei von Kosten in Höhe von drei Milliarden Euro pro Jahr ausgegangen, die die Stromkunden zu bezahlen hätten: "Drei Milliarden - das ist eine interessante Zahl. Gemessen am Stromverbrauch hieße das, dass jeder von uns ungefähr einen halben Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen müsste. Das wären 1,50 Euro pro Haushalt im Monat. Ich finde, das ist ein Atomausstieg, den man sich leisten kann."

Steinmeier: "Druck auf die Preise"

Die "Welt am Sonntag" berichtet, dass der Chef eines der großen Energieversorgungsunternehmen in vertraulicher Runde vor deutlichen Strompreiserhöhungen gewarnt haben soll. Der private Stromkunde müsse sich wegen des Atomausstiegs auf 70 Prozent Mehrkosten einstellen. Damit kämen auf jeden Bürger im Schnitt zusätzlich knapp 18 Euro pro Monat zu. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ging im Bericht aus Berlin davon aus, dass die Preise steigen werden: "Das Ganze wird natürlich Druck auf die Preise entwickeln. Ohne Anpassung der Strompreise nach oben, ohne Strompreiserhöhungen, wird es nicht gehen."

Zuvor hatten die FDP-Politiker Philipp Rösler und Birgit Homburger verlangt, Investitionen in eine Energiewende müssten ohne Steuererhöhungen oder neue Schulden aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs stellte in der "Welt am Sonntag" den Zeitplan für die Energiewende infrage: "Es sollte Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen." Noch bestehe "völlige Unklarheit" über die Kosten, monierte Fuchs.

Sailer: Endlagerfrage klären

Michael Sailer vom Öko-Institut in Darmstadt, der das Umweltministerium in Sachen Nuklear-Entsorgung berät, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wenn man ein neues Atomgesetz macht, sollte da reingeschrieben werden, dass man einen Fahrplan für die Endlagerung braucht." In den nächsten 20 bis 25 Jahren müsse man zu einem genehmigungsfähigen Projekt für ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle kommen.

Stand: 18.04.2011 11:03 Uhr
 

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