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Energieberatung für Verbraucher
Altmaier ergreift die Stromsparinitiative
Die Energiewende kommt private Haushalte teuer zu stehen. Das liegt vor allem am System der Ökostrom-Förderung, der sogenannten EEG-Umlage. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, will Bundesumweltminister Altmaier das Stromsparen voranbringen und trifft sich heute zu einem Runden Tisch.
Von Jan Garvert, HR, ARD-Hauptstadtstudio
"Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen. Heute liegt das bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Langfristig wollen wir die Kosten für die Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien deutlich senken", versprach die Bundeskanzlerin im Juni 2011.
Strom sollte bezahlbar bleiben, hat sie damals in ihrer Regierungserklärung zur Energiewende gesagt. Doch der Strompreis steigt. Das liegt auch an der EEG-Umlage. Im kommenden Jahr steigt die für einen Vier-Personen-Haushalt voraussichtlich von durchschnittlich 125 Euro auf mehr als 180 Euro. Der Bundesumweltminister hat deshalb wenigstens privat schon eine Konsequenz aus den steigenden Strompreisen gezogen: "Ich habe die beiden alten Kühl- und Gefrierschränke entsorgt, die ich vor Jahren in den Keller gestellt habe und dort angeschlossen habe, die sind jetzt vom Stromnetz getrennt und werden demnächst fachgerecht entsorgt."
Kostenlose Energieberatung für alle
Peter Altmaier macht's vor. Und so sollen es künftig alle machen: Einfach Strom sparen. Der Umweltminister will eine kostenlose Energieberatung für alle. Bislang gibt es diese Beratung nur für Empfänger von Sozialleistungen kostenlos. "Wir wollen eine kostenlose Energieberatung für private Haushalte anbieten. Weil eben uns die Experten sagen, wir können hier über 30 Prozent Strom einsparen und das wäre auch dann eine Möglichkeit steigende Strompreise auszugleichen", erklärte Altmaier.
Altmaier ergreift die Stromspar-Initiative
J. Garvert, ARD Berlin
09.10.2012 02:45 Uhr
Die 30 Prozent Energieeinsparung gelten aber wohl nur, wenn alle Tipps der Energieberater umgesetzt werden. Doch grade bei einkommensschwachen Haushalten fehlt es oft am Geld für Investitionen in stromsparende Haushaltsgeräte. Nach Angaben der Verbraucherzentralen sind jetzt schon mindestens 600.000 Haushalte von Stromsperren betroffen, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen können. Durch eine höhere EEG-Umlage könnten es noch mehr werden.
Abwrackprämie, Sozialtarife oder Senkung der Stromsteuer?
Sozialverbände, Verbraucherschützer und Linkspartei hatten deshalb bereits eine Abwrackprämie für alte stromfressende Haushaltsgeräte oder Sozialtarife für Arme ins Spiel gebracht. Doch beides hat der Umweltminister abgelehnt. "Wenn wir sagen würden: 'Sozialtarife für Einkommensschwache!', dann wär das auch deshalb problematisch, weil wir dann das Signal geben: Es kommt auf sparsamen Umgang mit Strom ja gar nicht in erster Linie an. Und das wäre aus meiner Sicht das falsche Signal", warnte Altmaier.
Regierung will Stromkosten durch geringeren Verbrauch abfedern
tagesschau 15:00 Uhr, 09.10.2012, Gabi Kostorz, ARD Berlin
Der Koalitionspartner FDP hatte es deshalb mit seinem alten Lieblingsthema Steuersenkung noch einmal probiert. Der Staat dürfe sich nicht auch noch zum Profiteur steigender Strompreise machen, hat FDP-Generalsekretär Patrick Döring gesagt. Er hat deshalb eine Senkung der Stromsteuer gefordert. "Und deshalb wollen wir aufkommensneutral die unerwarteten Mehrwertsteuereinnahmen zurückgeben und wir sind nach intensiver Diskussion zu dem Ergebnis gekommen, dass das am einfachsten über die Stromsteuer möglich ist", so Döring.
Stromsparen bleibt die einzige Lösung
Doch auch das will der Bundesumweltminister nicht. Eine Steuersenkung würde die Verbraucher ohnehin nicht entlasten, meint er. "Das ist ja auch der Grund, warum wir beim Anstieg der Mineralölpreise an den Tankstellen nicht durch Steuersenkungen reagieren, weil es wahrscheinlich dazu führen würde, dass sich die Gewinne der Mineralölkonzerne erhöhen", erklärte Altmaier.
Stromsparen bleibt also vorerst das einzig Konkrete, was der Bundesumweltminister gegen die hohen Strompreise empfiehlt.
Stand: 09.10.2012 02:45 Uhr
