Hintergrund

Wohin mit dem Atommüll? Gesucht wird: Das ideale Endlager

Stand: 23.02.2011 11:51 Uhr

Von Alice Thiel-Sonnen, SWR

Es muss dicht halten, so ein Endlager. Deshalb sind Steinsalz und Tonstein besonders beliebt als mögliche Endlagerstandorte. Großflächige Vorkommen von Salz- und Tongestein gibt es vor allem im Norden Deutschlands. Neben Gorleben nennt die Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe noch vier andere Salzstöcke in Niedersachsen. Die Salzvorkommen in Baden-Württemberg sind dagegen nicht groß genug für ein Endlager.

Salz ist etwas besser als Ton ...

Passende Tonschichten gibt es im Norden von Sachsen-Anhalt, bei Potsdam und rund um Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Es finden sich auch kleinere Tonvorkommen auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu. Ton hält zwar dicht und löst sich im Gegensatz zu Salz nicht auf, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt. Aber Ton leitet die Wärme schlechter als Salzstöcke - und Temperatur muss so ein Endlager auch aushalten, denn hochradioaktive Abfälle entwickeln Wärme.

... und Ton ist etwas besser als Granit

Als dritte mögliche Variante für ein Atommüllendlager kommen noch Kristallingesteine in Frage: Granit beispielsweise kommt im Fichtelgebirge, im Erzgebirge und in der Lausitz vor. Allerdings ist dies ebenfalls ein schlechter Wärmeableiter und nicht unbedingt so dicht wie Ton und Salz.

Infografik: Geologischer Querschnitt Gorleben
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Infografik: Geologischer Querschnitt Gorleben

Alternativen zu Gorleben in Salz und Ton wären also vor allem im Norden Deutschlands zu suchen, Granit eher in Bayern und Baden-Württemberg; Rheinland-Pfalz hat keine Alternativen zu bieten.

Eignung der Gesteine wurde jahrelang untersucht

Dass diese Gesteine grundsätzlich für eine Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen geeignet sind, ist in Lothringen und der Schweiz in Forschungslabors in Stollen und Felsen seit Jahren untersucht worden. Allerdings spielen die regionalen Besonderheiten - zum Beispiel, welche Gesteinsschichten in unmittelbarer Umgebung sind - eine entscheidende Rolle. Daher lässt sich die Frage nach der endgültigen Eignung nur nach Untersuchungen jedes einzelnen möglichen Standorts beantworten.

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