Gruppenfoto der Staats- und Regierungschefs auf dem G7-Gipfel in Elmau | Bildquelle: dpa

Gipfeltreffen in Elmau G7 einigen sich auf Klimaziel

Stand: 08.06.2015 15:28 Uhr

Auf dem G7-Gipfel in Elmau können die Staats- und Regierungschefs in Sachen Klima einen Erfolg verbuchen: Die Staaten haben sich auf ein verbindliches Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung geeinigt. Zudem wollen sie die Sanktionen gegen Russland verschärfen, falls der Ukraine-Konflikt weiter eskaliert.

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder beim Gipfel in Elmau haben ein verbindliches Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung beschlossen. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel zum Abschluss des Gipfels. Damit wollen sie eine Mindestvoraussetzung schaffen, dass die UN-Klimakonferenz in Paris ein Erfolg werden kann. Die Einigung kam überraschend. Merkel hatte zuvor noch die Erwartungen gedämpft: "Das sind schwierige Verhandlungen."

Laut Merkel wollen die G7-Länder vor Ablauf des Jahrhunderts den Ausstoß von Treibhausgasen auf Null reduzieren. Alle G7-Länder werden zur UN-Klimaschutzkonferenz im Dezember in Paris Verpflichtungen für eigene Klimabeiträge abgeben. Ein Fonds für Klimaschutz in Entwicklungsländern, der von 2020 an jährlich mit 100 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Mitteln gefüllt werden soll, sei auf dem Gipfel ebenfalls beschlossen worden.  

Auf der UN-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen hatten die Staaten der Welt bereits das Zwei-Grad-Ziel beschlossen. Es war Merkels Wunsch, dass sich die Staats- und Regierungschefs in Elmau erneut zu diesem Klimaziel bekennen.

Wissenschaftler raten, die von Treibhausgasen verursachte Erwärmung der Atmosphäre möglichst unter dem Wert von zwei Grad zu halten - im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Ansonsten drohen Mensch und Umwelt in naher Zukunft verheerende Folgen wie Wirbelstürme, Dürren oder ein steigender Meeresspiegel.

Klimaversicherung gegen Naturkatastrophen

Vor allem Japan und Kanada hatten sich aus innenpolitischen Gründen gegen konkrete Zusagen gesperrt. Kurz vor dem G7-Gipfel war noch nicht einmal klar, ob im Abschlussdokument das Zwei-Grad-Ziel auftaucht. Die G7 sollen sich dafür einsetzen, dass sich mehr arme Bauern mit einer Klimaversicherung gegen Naturkatastrophen schützen können.

Lichtprojektion von Greenpeace auf das Zugspitzenmassiv: "G7: 100 % ERNEUERBARE ENERGIEN! Greenpeace" | Bildquelle: dpa
galerie

Lichtprojektion von Greenpeace auf das Zugspitzenmassiv

Druck hatten die Gipfelteilnehmer von Umweltschützern bekommen, die mit einer riesigen Laserprojektion auf das Zugspitzenmassiv die G7-Staaten zu einer globalen Klimawende aufforderten.

Früher als der G7-Gipfel ging der Protest der Gegner zu Ende. Die Abschlusskundgebung des Aktionsbündnisses "Stop G7 Elmau" endete am Mittag auf dem Bahnhofsplatz in Garmisch-Partenkirchen. Eine ursprünglich geplante Demonstration durch die Stadt sagten sie ab. Ihre Begründung: Sie seien am Sonntag bei ihrer Demonstrationen und ihrem Sternmarsch schon so viel gelaufen.

Insgesamt sei es zu deutlich weniger Auseinandersetzungen gekommen, als vor dem Treffen befürchtet, sagte ARD-Korrespondent Helge Roefer. "Ein Ergebnis dieses Gipfels könnte heißen, Demonstranten und Polizei sind nicht heftig aneinandergeraten."

G7-Gegner räumen Protestcamp
tagesschau 12:00 Uhr, 08.06.2015, Christoph Arnowski, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Hartes Vorgehen gegen Russland

Die G7-Staaten sind sich nach Angaben von Merkel einig, im Ukraine-Konflikt notfalls auch schärfere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Es habe auf dem Gipfeltreffen Einvernehmen gegeben, eine mögliche Aufhebung der EU-Sanktionen an die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens zu knüpfen, sagte Merkel nach Ende des Treffens. "Und wir sind auch bereit, sollte das erforderlich sein - was wir aber nicht wollen - gegebenenfalls Sanktionen zu verschärfen." Die G7-Staaten USA, Japan, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland wollten alles daran setzen, den politischen Prozess voranzutreiben.

Das Verhältnis zu Russland und die Ukraine-Krise waren laut Merkel keine Schwerpunktthemen des G7-Gipfels. Gemessen an der gesamten Beratungszeit habe man "nicht sehr viel" über Russland gesprochen, sagte sie zum Abschluss des Gipfels.

Weitere Themen, mit denen sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen am Abschlusstag ihres Gipfeltreffens befassten:

Terrorismus: Die Bedrohung durch den islamistischen Terror und den Islamischen Staat (IS) destabilisiert eine ganze Region. Merkel hat deswegen unter anderem Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi, den tunesischen Präsidenten Béji Caïd Essebsi und den neuen nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari eingeladen. US-Präsident Barack Obama plant ein gesondertes Treffen mit al-Abadi, neue Zusagen über Waffen oder andere Unterstützung sind dabei aber nicht zu erwarten.

Afrika: Bei der Runde mit den afrikanischen Gästen standen auch die Vorbereitung der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung Mitte Juli in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an. Die G7-Staaten wollen Afrika bei Reformen unterstützen und so die Grundlagen für Frieden, Sicherheit, Wachstum und nachhaltige Entwicklung stärken.

Entwicklungshilfe: Bei der Entwicklungsdebatte ging es um die Vorbereitung des UN-Sondergipfels zur "Post 2015"-Agenda im September in New York. Das Folgeabkommen für die 2015 auslaufende Millenniums-Agenda soll Entwicklungsziele erstmals mit ökologischer Nachhaltigkeit verbinden. Berlin befürwortet den G7-Vorschlag, 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 aus Hunger und Mangelernährung herauszuholen. Derzeit leiden 1,2 Milliarden Menschen Hunger, weitere 800 Millionen sind von Mangelernährung bedroht. Merkel sagte, Deutschland wolle die Entwicklungshilfe um 8,3 Prozent erhöhen.

Gesundheitsschutz: Angesichts der Ebola-Epidemie in Westafrika wollte sich Berlin für einen koordinierteren Kampf gegen Tropenkrankheiten stark machen. Beim Ziel, die Wirksamkeit von Antibiotika trotz immer mehr Resistenzen zu erhalten, geht es um gleiche Standards beim Umgang mit den Medikamenten und um Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier.

Ergebnis: Die G7-Staaten wollen den Kampf gegen Epidemien wie Ebola verstärken. Das Gesundheitssystem in vielen Ländern müsse verbessert werden, sagte Merkel. Notwendig seien internationale, koordinierte Mechanismen.

Umweltschutz: Ziel der G7 ist es auch, einen Aktionsplan gegen die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll auf den Weg zu bringen.

Freihandelsabkommen TTIP: Die Verhandlungen über das umstrittene transatlantische Handelsabkommen TTIP sollen nach dem Willen der G7 angekurbelt werden. "Wir werden die Arbeit bei allen TTIP-Themen unverzüglich beschleunigen", heißt es in einer Textpassage der vorbereiteten Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Elmau. Es solle Fortschritte geben bei "allen Bestandteilen der Verhandlungen", steht in dem Auszug der Erklärung. Das Ziel laute, "Vereinbarungen für den Umriss eines Abkommmens" so schnell wie möglich abzuschließen, vorzugsweise bis Jahresende. Die bisherige Linie der EU lautet, dass die Verhandlungen bis Jahresende abgeschlossen werden sollen. Durch TTIP sollen Zölle und andere Handelshemmnisse fallen. Kritiker befürchten, dass Umwelt- und Verbraucherstandards gesenkt werden könnten.

Griechenland: Auf der offiziellen Tagesordnung steht die Schuldenkrise in Griechenland zwar nicht, dennoch war sie Thema am Rande des G7-Gipfels. Wichtige Akteure wie EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und IWF-Chefin Christine Lagarde sind nach Elmau gereist. Griechenland verhandelt seit Wochen mit den Geldgebern von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds über die Bedingungen für die Auszahlung einer ausstehenden Hilfstranche von 7,2 Milliarden Euro. Heute traf sich der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis in Berlin mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Am Abend soll er bei einer Diskussionsveranstaltung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zur Zukunft Griechenlands in der Europäischen Union sprechen.

Abschluss des G7-Gipfels
tagesschau 16:00 Uhr, 08.06.2015, Michael Stempfle, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: