Seitenueberschrift

Voßkuhle, Lammert, Gauck, Seehofer und ihre Partner/innen sowie Angela Merkel.

Feiern zum Tag der Deutschen Einheit

Lammert ruft zu Einsatz für Europa auf

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat zu Anstrengungen für die weitere europäische Einigung aufgerufen. In seiner Rede beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Münchener Staatsoper erinnerte er an die "europäische Dimension" der Wiedervereinigung.

Ohne die Überwindung der Spaltung Europas wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen, sagte Lammert: "Und die Wiederherstellung der staatlichen Einheit unseres Landes war umgekehrt Voraussetzung für das Zusammenwachsen Europas in einer Union west-, mittel- und osteuropäischer Staaten." Die Bürger forderte er zu einer Diskussion darüber auf, in welchem Europa sie leben wollten: In Europa müssten heute keine Mauern mehr zum Einsturz gebracht werden - "aber um Europa zu vereinigen, braucht es Bürger, die sich für die gemeinsame Idee Europa engagieren".

Aufruf zu engerem Zusammenwachsen Europas bei Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit
nachtmagazin 01:00 Uhr, 04.10.2012, Eckhardt Querner, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Europa nicht auf ökonomische Probleme verkürzen

Die europäische Idee dürfe nicht auf ökonomische Fragen verkürzt werden, fügte Lammert hinzu: "Europa ist mehr als eine Verwaltung, mehr als Verträge und auch mehr als der Euro." Unter den 1500 Zuhörern waren Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle.

Seehofer, Lammert, Gauck, Merkel und Voßkuhle tragen sich vor dem Festakt in das Gästebuch der bayerischen Staatsregierung ein.
galerie

Vor dem Festakt in der Staatsoper trugen sich Seehofer, Lammert, Gauck, Merkel und Voßkuhle in das Gästebuch der bayerischen Staatsregierung ein.

Eröffnet hatte den Festakt der bayerische Minsterpräsident Horst Seehofer. In einer persönlich gefärbten Rede erinnerte er an die Umbrüche, die vor allem die Menschen in Ostdeutschland meistern mussten. Den "mutigen Bürgern der DDR" dankte er für ihre Zivilcourage. Bayern hat derzeit den Vorsitz im Bundesrat, daher finden die Feiern in diesem Jahr dort statt.

In einem ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt der Feierlichkeiten hatten auch die katholische und die evangelische Kirche zu einem verstärkten Einsatz für Solidarität in Europa aufgerufen. Sie warnten vor Alleingängen Deutschlands und vor Überheblichkeit. Der katholische Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, mahnte: "Wir sind nicht alleine als Deutsche unterwegs." Er erinnerte außerdem daran, dass es ohne die Gemeinschaft in Europa keine deutsche Einheit gegeben hätte.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte, die gebotene Dankbarkeit der Deutschen für die geschenkte Freiheit seit der Wiedervereinigung sei nicht vereinbar mit einer Überheblichkeit anderen gegenüber. Er kritisierte, es gebe eine "Zunahme von Ungleichheit" in Deutschland. Sie lasse sich nicht einfach an "Ost-West-Linien" festmachen, sondern gehe "quer durch die Gesellschaft". So sei es sei nicht normal, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen seien oder sich schon im Erwerbsalter auf Armut im Alter einrichten müssten.

1/

Die Berliner Mauer: Bilder aus der geteilten und wieder vereinten Stadt

Zum Jahrestag des Mauerfalls: Bilder aus einer geteilten und wieder vereinten Stadt

Volkspolizisten errichten am Potsdamer Platz eine Stacheldrahtbarriere

Drei Volkspolizisten errichten am Potsdamer Platz hinter einer Sperrkette eine Stacheldrahtbarriere. Im Hintergrund ist die menschenleere Leipziger Straße zu sehen. Am frühen Sonntagmorgen des 13. August 1961 wurde unter der Aufsicht von bewaffneten Streitkräften der DDR mit der Errichtung von Straßensperren aus Stacheldraht und dem Bau einer Mauer begonnen, um den Ostteil Berlins vom Westteil abzusperren. Die Mauer sollte den ständig steigenden Flüchtlingsstrom von Ost- nach West-Berlin stoppen. (Foto: picture-alliance / dpa)

Stand: 03.10.2012 13:43 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

75 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Darstellung: