Einbürgerungsurkunde

Statistisches Bundesamt zum Jahr 2012 Deutscher Pass wieder mehr gefragt

Stand: 26.08.2013 11:53 Uhr

Seit 2008 steigen die Zahlen der in Deutschland eingebürgerten Ausländer wieder. Im vergangenen Jahr bekamen insgesamt mehr als 112.300 Menschen einen deutschen Pass, das waren 5,1 Prozent oder 5400 mehr als 2011. Das teilte das Statistische Bundesamt in seiner neuen Untersuchung mit.

Die größte Gruppe der sogenannten Neubürger stammt demnach erneut aus der Türkei, gefolgt von Menschen aus Serbien, Montenegro und dem Kosovo sowie Polen. Auffällig ist, dass sich besonders viele Griechen dafür entschieden, die Staatsangehörigkeit anzunehmen - 82 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch bei den Italienern ist der Zuwachs von 29 Prozent bemerkenswert, obwohl das Land mit 2202 Einbürgerungen den zwölften Platz in der Statistik einnimmt. Ein starkes Plus gab es auch bei Vietnamesen (35,9 Prozent auf 3300).

Viele Neubürger aus EU-Ländern

Im Vergleich zu 2011 wurden 19,1 Prozent mehr Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten eingebürgert. Bei den EU-Kandidatenländern verzeichneten die Statistiker ein Plus von 15 Prozent. Deutlich weniger Menschen als im Vorjahr wurden dagegen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien und Ozeanien eingebürgert - minus 2200 oder 5,2 Prozent.

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Einbürgerungen mit 15,2 Prozent am stärksten gestiegen, gefolgt von Hessen mit 12,8 Prozent. Rückgänge gab es in Berlin und in Brandenburg.

2012 eingebürgerte Ausländer - Quelle: Statistisches Bundesamt
HerkunftslandAnzahlVeränderungen zu 2011
Türkei33.24618.3 %
Serbien, Montenegro, Kosovo,
Serbien, Montenegro
6085-3,6 %
Polen44965,0 %
Griechenland416782,0 %
Ukraine3691-13,4 %
Irak3510-26,7 %
Vietnam329935,9 %
Russische Föderation31676,8 %
Marokko2852-5,3 %
Afghanistan27170,2 %
Rumänien2343-2,3 %
Italien220229,0 %

Wer kann deutscher Staatsbürger werden?

Mit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 war die Zahl der Einbürgerungen zunächst zurückgegangen. Seit 2008 werden jährlich wieder mehr Ausländer eingebürgert. Es sind aber immer noch deutlich weniger als im Jahr 2000, als 186.700 Menschen einen deutschen Pass erhielten.

Um die Staatsbürgerschaft beantragen zu können, müssen die Menschen in der Regel mindestens seit acht Jahren in Deutschland leben und für sich und gegebenenfalls seine Familie finanziell sorgen können. Deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift müssen nachgewiesen sowie ein Einbürgerungstest bestanden werden.

Von den Ausländern, die mindestens zehn Jahre in der Bundesrepublik wohnen, bekamen 2012 durchschnittlich 2,4 Prozent auch einen deutschen Pass. Dieses sogenannte Einbürgerungspotenzial ist bei Bürgern aus den EU-Ländern mit 1,2 Prozent normalerweise sehr niedrig. Besonders hoch war es 2012 bei Kamerunern, Nigerianern und Irakern.

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