Ei | Bildquelle: dpa

Insektizid Fipronil Eier-Skandal jetzt in zwölf Bundesländern

Stand: 03.08.2017 19:47 Uhr

Vom Skandal um die mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier ist Deutschland stärker betroffen als zunächst angenommen. Laut Agrarminister Schmidt wurden mindestens drei Millionen verseuchte Eier nach Deutschland geliefert. Zwölf Bundesländer sind betroffen.

Deutschland ist vom Skandal um Fipronil-belastete Eier nach den Worten von Bundesernährungsminister Christian Schmidt stärker betroffen als ursprünglich gedacht. Man gehe derzeit von zwölf betroffenen Bundesländern aus, sagte der CSU-Politiker. Vorerst nicht betroffen waren laut seinem Ministerium Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Skandal um belastete Eier weitet sich auf zwölf Bundesländer aus
tagesthemen 21:35 Uhr, 03.08.2017, Daniel Sprehe, NDR

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Nach Angaben seines Ministeriums wurden mindestens drei Millionen kontaminierte Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert. Ein großer Teil sei in den Handel gelangt, so das Ministerium auf seiner Homepage. "Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung in den Bundesländern haben die betroffenen Eier-Chargen zurückgerufen und prüfen intensiv, ob weitere Chargen kontaminiert sein könnten."

Der eigentliche Ursprung des Skandals ist nach bisherigen Erkenntnissen Belgien. Dort sei offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil "gepanscht" worden, teilte Schmidt nach einer Krisenkonferenz der zuständigen Behörden mit den Bundesländern mit. Er forderte die Behörden in Belgien und den Niederlanden auf, "den Sachverhalt zügig und lückenlos" aufzuklären. Die Verantwortlichen für den Lebensmittelskandal müssten in den beiden Staaten gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt werden.

Diese Eier sind betroffen

Die niedersächsischen Behörden nennen als positiv mit Fipronil getestet mehrere Printnummer: 1-DE-0357731, 1-DE-0358001, 0-DE-0360521, 1-DE-0358001, 0-DE-0360521. Die Nummern stehen direkt auf dem Ei.

Weitere betroffene Chargen tragen die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604, 1-NL 4286001, 0-NL 4392501, 0-NL 4385501.
Stempelnummern von Eiern, in denen Fipronil-Belastungen durch eigene Kontrollen der Betriebe nachgewiesen wurden: 2-NL-4322402, 1-NL-4322401, 0-NL-4170101, 1-NL-4339301, 1-NL-4385701, 1-NL-4331901.

In den Niederlanden empfehlen die Behörden, Eier mit dem Stempelaufdruck X-NL-40155XX ( "X" steht für alle Zahlen von 0 bis 9) nicht zu verzehren. Die Nummern sind auf den Eierschalen aufgedruckt.

Zudem betroffen: 0-NL-4310001, 1-NL-4167902, 1-NL-4385701, 1-NL-4339301, 1-NL-4339912, 2-NL- 4385702, 1-NL-4331901, 2-NL-4332601, 2-NL-4332602, 1-NL-4359801, 2-NL-4212103, 0-NL-4031001, 2-NL-4212103, 0-NL-4031001

Weitere Informationen auf www.lebensmittelwarnung.de.

Niedersachsen und NRW mit "Schlüsselrolle"

Das mit dem Insektengift versetzte Desinfektionsmittel sei auch nach Deutschland geliefert worden. Eine "Schlüsselrolle" nehmen demnach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein. "Dort haben die in Deutschland erzeugten und belasteten Eier ihren Ursprung oder sind von dort aus in den Warenverkehr gebracht worden", sagte Schmidt weiter. Dort produzierte Eier seien in andere Bundesländer geliefert worden.

Die Warenströme würden "mit Hochdruck" untersucht. Man gehe derzeit davon aus, dass eine akute gesundheitliche Gefährdung praktisch ausgeschlossen sei, sagte der Minister.

In den Niederlanden 138 Betriebe gesperrt

Am Wochenende war bekannt geworden, dass mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert wurden. Im Nachbarland sind noch immer 138 Geflügelbetriebe gesperrt. Ursprünglich waren es 180. Laut den niederländischen Behörden wurden alle belasteten Eier aus dem Handel genommen.

Die großen Supermarktketten in Deutschland verkaufen inzwischen keine Eier mehr aus den Niederlanden. Bereits gekaufte Eier der betroffenen Chargen können Kunden zurückgeben, den Verkaufspreis bekommen sie erstattet. Auf dem vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betriebenen Portal www.lebensmittelwarnung.de können sich Verbraucher über die Auswirkungen des Skandals sowie den Umgang mit den betroffenen Eiern informieren.

Fipronil

Das Insektizid Fipronil wird nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Eine Anwendung an lebensmittelliefernden Tieren ist nicht zulässig. Fipronil kann in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen, Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen.

Geflügelfleisch auch belastet?

Verbraucherschützer raten dazu, betroffene Eier nicht zu essen. "Eier aus Holland sind leicht an dem Aufdruck NL zu erkennen", sagte Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Sie forderte, dass schnell ermittelt werde, "wer die Verantwortung für den Skandal trägt". "Zudem stellt sich die Frage, inwieweit auch Geflügelfleisch mit Fipronil belastet ist."

Die Verbraucherorganisation Foodwatch befürchtet, dass die Belastung nicht nur Eier betrifft. "Behörden und Unternehmen müssen jetzt nachverfolgen und unverzüglich öffentlich machen, welche Eier betroffen sind und vor allem auch, in welchen Lebensmitteln belastete Eier verarbeitet wurden", erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. "Auch diese Produkte gehören vorsorglich aus dem Verkehr gezogen und öffentlich zurückgerufen."

EU-Kommission beruhigt Konsumenten

Die EU-Kommission beschwichtigte unterdessen: "Die Höfe sind identifiziert, die Eier geblockt, verseuchte Eier sind vom Markt genommen und die Situation ist unter Kontrolle", sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde. "Wir stehen im permanenten Kontakt mit unseren Kollegen in den Mitgliedstaaten, die mit der Sache befasst sind."

Skandal um belastete Eier weitet sich aus
Ralf Lachmann, WDR Den Haag
03.08.2017 07:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2017 um 12:00 Uhr.

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