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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet massive Folgeschäden für EHEC-Erkrankte. "Etwa 100 Patienten sind so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan brauchen oder lebenslang zur Dauerdialyse müssen", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag".
Zugleich warnte er vor weiteren Infektionswellen in Deutschland: "EHEC-Erreger sind weltweit auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland wird es künftig immer wieder zu EHEC-Ausbrüchen kommen."
Ursache für die starke Ausbreitung der Krankheit sei der Meldeweg, so Lauterbach. Die bisherige Meldekette vom Gesundheitsamt vor Ort über das Landesgesundheitsamt an das Robert-Koch-Institut dauere mindestens eine Woche. In Zukunft sollte seiner Ansicht nach jeder EHEC-Fall direkt per Mail an das Institut gemeldet werden. Lauterbach kündigte eine Untersuchung im Gesundheitausschuss an.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner will die Lebensmittelüberwachung reformieren. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärte sie: "Ich habe die Länderbehörden gebeten, bundesweit schwerpunktmäßig Produzenten und Importeure von Sprossen und deren Produkte zu überprüfen. Einbezogen werden müssen hierbei natürlich auch Importe von Samen aus dem Ausland." Sie werde auch auf schärfere Vorschriften für die Sprossenzucht drängen.
Die EHEC-Fahnder haben unterdessen neue Belege gefunden, dass die hoch verdächtigen Sprossen aus Bienenbüttel stammen. Zwei weitere Mitarbeiterinnen des Biohofs in Niedersachsen sind mit dem lebensbedrohlichen Darmkeim infiziert.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte am Samstag bestätigt, dass der EHEC-Erreger an den Sprossen exakt vom selben Typ ist wie die Bakterien, an denen bislang mehr als 30 Menschen in Deutschland starben. Mehr als 4000 Menschen sind deutschlandweit an EHEC erkrankt oder stehen unter Infektionsverdacht.
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