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Inland
EHEC
Drei Tote in Norddeutschland nach EHEC-Infektion
Gefährliche Durchfallerkrankung

Offenbar drei Tote nach EHEC-Infektion

Die Welle schwerer Durchfallerkrankungen infolge von Infektionen mit EHEC-Bakterien breitet sich aus. Mittlerweile registrierten die Behörden Hunderte Erkrankungen und Verdachtsfälle. Betroffen sind überwiegend Bundesländer in Norddeutschland. Inzwischen gibt es drei Todesfälle im Zusammenhang mit den schweren Darminfektionen.

Eine 83-jährige Frau sei bereits am Samstag im Landkreis Diepholz gestorben, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Die Frau sei seit dem 15. Mai wegen eines blutigen Durchfalls stationär behandelt worden. Den Angaben zufolge wurde bei ihr der EHEC-Erreger nachgewiesen. In Bremen starb in der Nacht eine junge Patientin. Sie hatte zuvor die typischen Symptome einer EHEC-Infektion, wie die Bremer Gesundheitsbehörde mitteilte. Der EHEC-Erreger sei allerdings noch nicht im Labor nachgewiesen worden. Im schleswig-holsteinischen Landkreis Stormarn starb am Sonntag eine Frau, die mit dem Erreger infiziert war, wie das Gesundheitsministerium in Kiel mitteilte. Ob die EHEC-Infektion Todesursache war, stand den Angaben zufolge nicht fest.

In Schleswig-Holstein verdoppelte sich die Zahl der EHEC-Verdachtsfälle innerhalb eines Tages. Am Morgen seien es mehr als 200 gewesen, teilte das Gesundheitsministerium in Kiel mit. Am Montagnachmittag waren lediglich 90 gemeldet worden. Die Ausbreitung werde als alarmierend eingeschätzt, weil die Erkrankungen auffällig oft einen schweren Verlauf mit Nierenversagen nehmen, hieß es. Landesgesundheitsminister Heiner Garg betonte, dass die Situation sehr ernst genommen werde, aber kein Grund zur Panik bestehe.

Die Gesamtzahl der EHEC-Erkrankungen und -Verdachtsfälle in Niedersachsen stieg nach Angaben des Sozialministeriums bis Vormittag auf 97, das waren 30 mehr als am Montag. Im Land Bremen wurden bislang 73 Patienten behandelt, davon sieben auf Intensivstationen.

Schwere Fälle in Hamburg

Aus den Krankenhäusern des Stadtstaates Hamburg wurden ebenfalls rasant steigende Zahlen gemeldet. Allein die sieben Asklepios-Kliniken berichteten, dass bis Montagabend 67 EHEC-Fälle bestätigt worden seien. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden zurzeit 33 Patienten mit der vom EHEC-Erreger ausgelösten schweren Darmerkrankung behandelt. Von den 21 Erwachsenen liegen nach Angaben einer UKE-Sprecherin neun auf der Intensivstation, von den zwölf Kindern seien es sieben. In allen Fällen seien Nierenfunktionsstörungen infolge der Infektion aufgetreten. "Die Erkrankung ist durchaus lebensbedrohend", sagte die UKE-Sprecherin. Alle Patienten seien aber stabil. Insgesamt hätten sich mehr als 120 Patienten mit Durchfallsymptomen im UKE gemeldet.

In Hessen erkrankten nach offiziellen Angaben bislang 27 Menschen infolge einer EHEC-Infektion. In Nordrhein-Westfalen sind es derzeit mindestens 24 Menschen und damit neun mehr als am Montagabend. Weitere bestätigte Fälle registrierten die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland. Verdachtsfälle gibt es zudem in Berlin und Brandenburg.

Ursache der Infektionswelle unklar

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte vor einer vorschnellen Benennung möglicher Ursachen der EHEC-Infektionen. Es gebe derzeit keine Hinweise dafür, dass sich die Erkrankten durch den Verzehr von mit Gülle gedüngtem Gemüse infiziert hätten, sagte eine RKI-Sprecherin. Es kämen auch andere Übertragungswege infrage, wie etwa verunreinigtes Wasser. Noch sei die Ursache für die erhöhten Infektionszahlen aber völlig unklar, betonte die Sprecherin.

Fragen und Antworten:

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Die Suche nach dem Auslöser hat bislang kaum Erkenntnisse gebracht. Unter Verdacht ist weiterhin ungewaschenes Gemüse. Die Angaben der Betroffenen lassen nach Angaben des Hamburger Institutes für Hygiene und Umwelt vermuten, dass die "üblichen Verdächtigen" wie Rohmilch, Frischkäse und Rindfleisch für den großen Ausbruch des Erregers ausscheiden: Die Patienten hätten wenig Fleisch gegessen.

Betroffen sind überwiegend erwachsene Frauen. "Das legt nahe, dass vor allem Frauen Zugang zur Infektionsquelle haben", sagte der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, in Hannover. Man sei auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Stand: 24.05.2011 19:40 Uhr
 

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