Drogenmissbrauch: E-Zigarette | Bildquelle: picture alliance/KEYSTONE

Bundestag schließt Gesetzeslücke Keine E-Zigaretten mehr an Jugendliche

Stand: 28.01.2016 20:53 Uhr

Bislang war der Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche erlaubt, denn sie enthielten keinen Tabak. Doch nun schloss der Bundestag die Gesetzeslücke. Experten sehen die Gefahr von Atemwegserkrankungen und Krebs beim Inhalieren von Flüssigkeiten aus E-Zigaretten.

Elektronische Zigaretten und E-Shishas dürfen künftig nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Der Bundestag verabschiedete einen Gesetzentwurf, mit dem das bereits bestehende Abgabe- und Konsumverbot für Tabakwaren auf elektronische Zigaretten und elektronische Shishas ausgedehnt wird. Das Verbot gilt auch für den Versandhandel.

E-Zigaretten und E-Shishas simulieren praktisch das Rauchen, ohne Tabak zu verbrennen. Dabei werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, verdampft. Der entstehende Nebel wird inhaliert. Dabei gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen; die Produkte können nikotinhaltig oder nikotinfrei sein.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt nannte das beschlossene Abgabeverbot einen "Meilenstein für gesundheitlichen Verbraucherschutz". "E-Zigaretten und E-Shishas - egal ob mit oder ohne Nikotin - haben in den Händen von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen", sagte der CSU-Politiker. Rauchen sei nicht harmlos, auch wenn es nach Kaugummi schmecke oder nach Melone rieche.

Auch nikotinfreie E-Zigaretten gefährlich

"Auch nikotinfreie E-Zigaretten und E-Shishas schaden der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Caren Marks (SPD). Zudem bestehe die Gefahr, dass die vermeintlich harmlosen nikotinfreie E-Zigaretten dazu verleiten, auf nikotinhaltige Zigaretten umzusteigen.

Neben Union und SPD stimmten auch die Grünen für den Gesetzentwurf der Koalition. Ihr drogenpolitischer Sprecher Harald Terpe sagte, trotz einiger Mängel werde der Jugendschutz mit dem Gesetz gestärkt. Die Linkspartei beklagte hingegen fehlende Präventionsansätze und eine unsachliche Gleichsetzung von Tabak- und E-Zigaretten und enthielt sich deshalb der Stimme.

Die Bundesregierung hatte das Verkaufsverbot mit den Gesundheitsrisiken des Sucht- und Nervengiftes Nikotin begründet, das auch beim Konsum von elektrischen Zigaretten und Shishas mit der Nikotinlösung eingeatmet werde. Aber auch der Konsum von nikotinfreien elektronischen Zigaretten und Shishas sei gesundheitsgefährdend, da beim Verdampfen Stoffe entstünden, die als möglicherweise krebsauslösend gelten.

Eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatte ergeben, dass jeder fünfte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren schon einmal eine E-Shisha und jeder siebte eine E-Zigarette probiert hat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Januar 2016 um 06:30 Uhr.

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