"Fake News" - eine der Neuerungen im Duden | Bildquelle: dpa

5000 neue Wörter "Fake News" und "Selfie" im Duden

Stand: 07.08.2017 10:33 Uhr

Von "Lügenpresse" bis "Selfiestick": Für die neue Auflage wurde der Wortschatz des Duden um 5000 Begriffe erweitert. Unter den Neuaufnahmen findet sich Politisches, vieles aus dem Englischen - und auch einiges aus den sozialen Netzwerken.

Der Duden ist für die neue Auflage um 5000 Wörter erweitert worden. In den hinzugekommenen Begriffen schlägt sich unter anderem die politische Debatte der vergangenen Jahre nieder - etwa bei Wörtern wie "Flüchtlingskrise" und "postfaktisch". Viele weitere Wörter sind auch englischen Ursprungs, darunter "Fake News", "Selfie" und "Tablet".

"Es ist einfach Fakt, dass viele Dinge in unser Leben treten, die aus dem englisch-amerikanischen Raum kommen, wenn man zum Beispiel an technische Entwicklungen denkt", sagte Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum vor dem Verkaufsstart der 27. Auflage. Die vergangene Ausgabe erschien 2013. Der Duden wächst seit Jahrzehnten. Er enthält nun 145.000 Stichwörter, die Urfassung von 1880 hatte 27.000. Weggefallen ist eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Statt Majonäse ist jetzt zum Beispiel nur noch Mayonnaise zulässig.

Auch großes Eszett nun enthalten

Die Neuaufnahme von Wörtern basiert auf einer riesigen elektronischen Textsammlung, in die etwa Zeitungsartikel und Romane eingespeist werden. Für Neuauflagen filtern Computerlinguisten neue Begriffe heraus. Übrig bleiben lange Listen, aus denen dann Aufnahmekandidaten ausgewählt werden.

Klar wird im Vorfeld der neuen Auflage: Der Duden will weg vom Image des angestaubten Nachschlagewerks. "Wir möchten zeigen, was man mit Sprache alles machen kann - eben nicht nur relativ dröge Wörterbücher", sagt Kunkel-Razum. Alle drei bis fünf Jahre wird das Nachschlagewerk aktualisiert. "Nach dieser Zeit gibt es genug Entwicklungen im Wortschatz, die man gerne abbilden möchte." Hinzu kommen diesmal auch einige wenige Rechtschreib-Änderungen, wie die kürzlich vom Rat für Rechtschreibung beschlossene Einführung eines großen Eszetts.

Eine Auswahl der neuen Wörter:

Zeitgeschichtliches: Flüchtlingskrise, Lügenpresse, Volksverräter, Willkommenskultur, postfaktisch, Hasskriminalität, Schmähgedicht, Fake News, Drohnenangriff, Kopftuchstreit, Brexit, Jobaussicht, Flexitarier, Wutbürgerin (männliche Fassung war bereits enthalten).

Technologisches: Selfie, Selfiestick, Tablet, Social Bot, pixelig, Datenbrille, Emoji, Filterblase, liken, Cyberkrieg, facebooken, entfreunden.

Modisches: Undercut, Work-Life-Balance, Low Carb, Hoodie, Urban Gardening, Roadtrip, Hygge, Jumpsuit.

Umgangssprachliches: verpeilen, rumeiern, abgezockt, futschikato, Tüddelkram, runterwürgen, Honk, Ramschniveau.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. August 2017 um 10:04 Uhr.

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