Verbot von Designerdrogen Schluss mit "Badesalz" und "Lufterfrischern"

Stand: 26.07.2012 14:23 Uhr

In einer bunten Umverpackung stecken zwei Pillen einer illegalen Droge. (Bildquelle: dpa)
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In einer bunten Umverpackung stecken zwei Pillen einer illegalen Droge.

Sie heißen verharmlosend "Badesalz", "Lufterfrischer" oder "Kräutermischungen", doch tatsächlich handelt es sich um synthetische Designerdrogen. Ab sofort sind Herstellung, Handel und Besitz von 28 psychoaktiven Substanzen verboten.

Durch eine Verordnung wurden sie ins Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgenommen. Diese Verordnung sei heute in wesentlichen Teilen wirksam geworden, teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, mit. Damit sind diese fälschlicherweise als "Legal Highs" bezeichneten Drogen - ihre Inhaltsstoffe waren bislang frei im Handel verfügbar - nicht mehr legal.

Auch Schmerzmittel Tilidin betroffen

Im Einzelnen handelt es sich um synthetische Derivate des Amphetamins, Kokains, der Cannabinoide oder des Cathinons. Letzteres ist ein Wirkstoff, der sich in Khat-Blättern findet. Diese gelten etwa im Jemen und in Teilen Afrikas für manche Experten als eine Art Volksdroge, andere sehen darin lediglich eine Stimulans vergleichbar zum Kaffee.

Durch die Änderung des BtMG werden außerdem flüssige Tilidin-Arzneimittel mit sechsmonatiger Übergangsfrist dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Tilidin wird für die Behandlung von starken Schmerzen eingesetzt. Mit der Aufnahme ins BtMG soll dem Missbrauch nun endgültig ein Riegel vorgeschoben werden.

Von Übelkeit bis zu Lähmungserscheinungen

Der Konsum dieser neuen synthetischen Substanzen ist nach den Worten Dyckmans "mit unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken" verbunden. Das Verbot weiterer Substanzen für immer neue Varianten von Designerdrogen werde folgen. Die Politikerin sprach von einem "Wettlauf" zwischen dem Aufkommen immer neuer Drogenvarianten und dem Bemühen der Behörden um ein Verbot.

Die chemischen Abwandlungen bekannter Stoffe, die schon lange dem BtMG unterliegen, können den Angaben zufolge Übelkeit, heftiges Erbrechen, Herzrasen, Orientierungsverlust, Kreislaufversagen, Ohnmacht oder auch Lähmungserscheinungen und Wahnvorstellungen zur Folge haben. In Deutschland starben im vergangenen Jahr drei Menschen nach dem Konsum solcher Mode-Drogen.

Laut Studien zeigen Verbote Wirkung

Laut dem Drogen-und Suchtbericht 2011 der Bundesregierung zeigt die konsequente Unterstellung der in "Kräutermischungen" enthaltenen synthetischen Cannabinoide Wirkung: Nach einer repräsentativen Befragung 15- bis 18-jähriger Schülerinnen und Schüler ging der Konsum (30-Tage-Prävalenz) cannabinoidhaltiger Substanzen nach dem Verbot 2009 von drei Prozent auf ein Prozent zurück.

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