Junge Flüchtlinge laufen über den Hof einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hameln  | Bildquelle: dpa

Viele Anfragen beim DRK Auf der Flucht verschollen

Stand: 28.12.2017 02:06 Uhr

Obwohl in diesem Jahr deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, erhält das Deutsche Rote Kreuz anhaltend viele Suchanfragen nach vermissten Migranten. Einige Schicksale werden laut DRK wohl für immer ungeklärt bleiben.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet eine anhaltend hohe Zahl an Anfragen von Migranten, die Verwandte suchen. Dies geht aus einer vorläufigen DRK-Statistik hervor, aus der die "Welt" zitiert. Demnach wurden von Januar bis Mitte Dezember 2700 Anfragen gestellt.

Damit bleibe die Zahl auf anhaltend hohem Niveau, obwohl in diesem Jahr weniger Migranten nach Deutschland gekommen seien. Im Rekordjahr 2016 hatte das DRK etwa 2800 Anfragen registriert.

Viele Anfragen von Afghanen und Somaliern

Gerda Hasselfeldt spricht auf der Bundesversammlung des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin. | Bildquelle: dpa
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DRK-Präsidentin Hasselfeldt spricht von einer beunruhigenden Entwicklung.

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sprach von einer beunruhigenden Entwicklung. "Erschreckend ist vor allem die nach wie vor hohe Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die entweder selbst ihre Angehörigen suchen oder von diesen gesucht werden", sagte Hasselfeldt der "Welt". Diese Zahl liege bei mehr als 1000 Mädchen und Jungen und sei damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert.

Die meisten Schutzsuchenden, die in Deutschland Suchanfragen stellen, stammen den Angaben zufolge aus Afghanistan, Somalia und Syrien. "Für Familien gibt es wohl nichts Schlimmeres als nicht zu wissen, ob ein Angehöriger noch lebt oder was mit ihm geschehen ist", sagte Hasselfeldt.

Schicksale werden ungeklärt bleiben

In etwa jedem zweiten Vermisstenfall könne der DRK-Suchdienst helfen oder zumindest Informationen liefern. Doch bei einem Teil der Gesuchten müsse man leider davon ausgehen, dass sie auf der Flucht ums Leben gekommen sind, sagte Hasselfeldt: "Da die Identifizierung der Toten auf den verschiedenen Fluchtrouten nicht immer möglich ist, werden viele Schicksale deshalb auch ungeklärt bleiben."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2017 um 04:45 Uhr.

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