Straßenbahn in Dresden | Bildquelle: dpa

Dresden Hund auf Äthiopierin gehetzt

Stand: 10.01.2018 19:38 Uhr

Aus einer Gruppe von bislang Unbekannten ist in Dresden ein großer Hund auf eine äthiopische Asylbewerberin gehetzt worden. Die Frau erlitt Bissverletzungen und einen Schock. Es besteht der Verdacht einer rassistisch motivierten Tat.

Unbekannte haben in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden einen Hund auf eine Asylbewerberin gehetzt. Die 19 Jahre alte Äthiopierin war nach Polizeiangaben am Dienstag an einer Straßenbahnhaltestelle zunächst aus einer Gruppe heraus beschimpft worden. Zu der Gruppe habe auch eine Hundehalterin gehört, die ihr Tier schließlich abgeleint und auf die junge Frau losgelassen habe, teilte das Landeskriminalamt mit.

Zeugen gesucht

Als die junge Frau fliehen wollte, habe der Hund sie von hinten angefallen und zu Boden gerissen. Beim Versuch, das Tier abzuwehren, sei sie gebissen worden. Erst ein Passant habe die Hundehalterin dazu gebracht, das Tier zurückzurufen. Die Äthiopierin erlitt den Angaben zufolge neben leichten Bissverletzungen auch einen Schock. Die Ermittlungen übernahm das neu eingerichtete Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum, weil der Verdacht einer rassistisch motivierten Tat besteht.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter 0351/ 4832233 entgegen.

Landeswissenschaftsministerin Eva-Maria Stange zeigte sich entsetzt von der Tat. "Einen Hund auf eine 19-jährige Frau zu hetzen und dabei zuzusehen, wie dieser sie verletzt, ist ein abscheuliches Maß an Brutalität, das ich scharf verurteile", so die SPD-Politikerin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Januar 2018 um 19:00 Uhr.

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