Proteste beim Dresdner Tag der Einheit | Bildquelle: REUTERS

Staatsanwaltschaft wird aktiv Dutzende Ermittlungen nach Dresdner Protesten

Stand: 05.10.2016 16:04 Uhr

Der Tag der Deutschen Einheit wurde von Protesten und Pöbeleien überschattet. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft in 79 Fällen. Es geht unter anderem um Körperverletzungen und Beleidigungen. "Pegida"-Anhänger hatten unter anderem die Kanzlerin beschimpft.

Nach Protesten gegen die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden ermittelt die Staatsanwaltschaft in 79 Fällen. Bei den Delikten, die rund um den Feiertag begangen wurden, handele es sich vor allem um Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und das Waffengesetz, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes mit.

In Dresden hatten zwischen dem 1. und 3. Oktober mehrere Demonstrationen stattgefunden. Am Montag beschimpften zudem Anhänger der fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung Vertreter der Bundesregierung lautstark. Deren Gründer Lutz Bachmann hatte über Facebook zu einer "Rauchpause am Tag der Einheit" um 9 Uhr in der Innenstadt aufgerufen, ohne einen genauen Ort zu nennen. Damit umging er die Anmeldepflicht. Das Treffen wurde von der Polizei als Versammlung eingestuft.

Polizei nennt Lautsprecherdurchsage "bedauerlich"

Unterdessen reagierte die Polizei in Niedersachsen auf eine umstrittene Lautsprecherdurchsage eines ihrer Beamten, der vor einer "Pegida"-Demonstration am Montag in Dresden der asylfeindlichen Bewegung einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte. "Diese Äußerung war der gut gemeinte, aber missglückte Versuch einer Grußformel am Ende einer polizeilichen Durchsage. Nicht mehr und nicht weniger", erklärte Polizeivizepräsident Rolf Bahder in Hannover. Die Aussage sei "bedauerlich" und entspreche "in keiner Weise der Auffassung der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2016 um 14:00 Uhr.

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