Mit einer Sonde weden die Abgas-Werte bei diesem Diesel geprüft.  | Bildquelle: dpa

Konsequenzen aus dem Abgasskandal Verschärfte Prüfverfahren für alle Autohersteller

Stand: 13.12.2015 13:16 Uhr

Mehr Kontrolle bei der Motorensoftware, mehr Nachkontrollen - Bundesverkehrsminister Dobrindt will Konsequenzen aus dem Abgasskandal ziehen. Alle großen Autohersteller sollen ihre Motorsoftware gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt offen legen.

Die Prüfverfahren für alle Autohersteller sollen verschärft werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". "Offenlegung der Motorensoftware und staatliche Prüfstände zur Nachkontrolle werden Teile eines umfassenden Maßnahmenpakets sein", so der Minister.

Er hatte nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals im September eine Kommission eingesetzt. Die schlägt nun unter anderem vor, dass alle großen Autohersteller ihre Motorsoftware gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt offen legen müssen. Die Prüfer von TÜV und Dekra, die die Abgaswerte messen, sollen künftig regelmäßig ausgetauscht werden. Geplant sind außerdem Nachkontrollen auf staatlichen Prüfständen.

Kritik vom BUND

Der BUND wirft Dobrindt vor, er sei nicht an wirklicher Aufklärung des Skandals und einer Verbesserung des Gesundheitsschutzes für die Bürger interessiert. So setze sich Deutschland in der EU unter anderem für die Aufweichung der bestehenden Stickoxid-Grenzwerte für Neuwagen ein.

VW hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Millionen Dieselfahrzeugen manipuliert. Das Kraftfahrtbundesamt hat allein in Deutschland den Rückruf von 2,4 Millionen Wagen angeordnet.

Dieser Beitrag lief am 22. Oktober 2015 um 17:15 Uhr im Deutschlandfunk.

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