Dirk Diedrich aus Dithmarschen, SPD Schleswig-Holstein | Bildquelle: SPD Schleswig-Holstein

Dirk Diedrich Zweiter Konkurrent für Andrea Nahles

Stand: 14.02.2018 14:52 Uhr

Mit Dirk Diedrich bekommt die designierte SPD-Vorsitzende Nahles schon den zweiten Herausforderer: Der Politiker aus dem Landesverband Schleswig-Holstein bringt sich für das Amt des SPD-Chefs ins Spiel.

"Also: Ich biete mich als Alternative an." Mit diesen Worten bewirbt sich ein SPD-Landespolitiker um das Amt des Bundesparteivorsitzenden. Dirk Diedrich aus Dithmarschen hat in einer Mitteilung auf seiner Internetseite seine Kandidatur bekanntgegeben. Er schlägt dabei selbstbewusste Töne an: "Die Ortsvereine sind mindestens genauso SPD wie unsere 50 besten Politikerinnen und Politiker", schreibt Diedrich.

Zweite Kandidatur nach Flensburger OB

Der Berufsschullehrer ist stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Dithmarschen und gehört dem schleswig-holsteinischen Landesverband an. Er ist bereits der zweite Konkurrent für die designierte Parteichefin Andrea Nahles, der sich als Kandidat selbst ins Spiel bringt: Am Dienstag hatte Simone Lange, die Oberbürgermeisterin von Flensburg, ihre Kandidatur bekanntgegeben.

Beide Herausforderer haben ähnliche Ziele: Lange erklärte, sie wolle von den Wahlberechtigten "als Angebot betrachtet werden" und wolle den Parteimitgliedern das ernsthafte Gefühl vermitteln, dass sie die Personalien in ihrer Partei mitbestimmen können. Diedrichs bezeichnet sich selbst in seiner Erklärung als "Wahlmöglichkeit" und übt Kritik an der Parteispitze, die Nahles im Alleingang als Nachfolgerin für den zurückgetretenen Vorsitzenden Martin Schulz benannt hat. "Ist das dieses #SPDerneuern, oder ist das eher ein #SPDweiterso?", schreibt Diedrichs mit Blick auf den angestrebten Neuanfang der Partei.

Olaf Scholz ist kommissarischer Parteichef

Auf einem Sonderparteitag der SPD im April sollen die Parteimitglieder ihren neuen Vorsitzenden wählen. Nachdem Martin Schulz am Dienstag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt hatte, führt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz als dienstältester Stellvertreter kommissarisch das Amt weiter. Die ursprüngliche Absicht der Bundesspitze, den Vorsitz sofort an Nahles weiterzugeben, war am Widerstand einzelner Landesverbände gescheitert.

Führende SPD-Politiker mahnen längst ein Ende der Personaldebatte an, darunter SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen. Sie warnen vor dem völligen Unverständnis der Wähler angesichts scheinbar endloser Diskussionen über Ämter statt Inhalte.

Zumindest der neue Kandidat Diedrich sieht die Situation aber positiv: "Das, was im Moment in der SPD passiert, sollte weder von anderen Parteien noch von der Presse belächelt werden. Es nennt sich Demokratie, sie ist das höchste Gut des selbstbestimmten Menschen", schreibt er.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Februar 2018 um 22:15 Uhr.

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