Ein Mann hält ein Smartphone in den Händen | Bildquelle: picture alliance / Bildagentur-o

Digitalisierung Jeder Dritte fühlt sich überfordert

Stand: 23.01.2018 18:25 Uhr

Obwohl die meisten Deutschen das Internet nutzen und die Gesellschaft immer digitaler wird, fühlen sich viele Menschen damit überfordert. Was bedeutet das für unsere Zukunft?

Von Sophia Stritzel, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

"Hier ist das Wetter für Hannover, Deutschland, für heute." Alexa, Siri oder amazon echo - immer mehr digitale Sprachassistenten ziehen in unsere Wohnzimmer ein, Autos fahren autark und der Kühlschrank bestellt selbstständig Lebensmittel.

Sprachassistenten google home und Alexa
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Sprachassistenten wie Alexa werden immer populärer.

Eine Traumwelt der Deutschen? Ganz und gar nicht, sagt Lena-Sophie Müller von der Initiative D21: "Wir haben die Menschen gefragt: 'Fühlen sie sich denn eigentlich wohl mit dieser Technologie?' Und wir sehen, dass der große Teil der Bevölkerung doch eher skeptisch ist."

16 Millionen auf einer Scholle

Jeder Dritte in Deutschland ist nicht nur skeptisch, sondern fühlt sich überfordert mit der zunehmenden Digitalisierung. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist sogar komplett offline. Die Hauptgründe: Mangelndes Interesse am Medium Internet, Schwierigkeiten mit der Technik und Sicherheitsbedenken.

Ein Problem, das weitreichende Folgen haben kann. "Überall muss ich auf das Internet zugreifen können, um teilhaben zu können", sagt Müller. "Und da haben wir schon eine große Herausforderung, dass 16 Millionen Menschen auf einer Eisscholle sitzen, die zunehmend kleiner wird und man zunehmend vom Sozialleben, von politischer Teilhabe, von ökonomischer Teilhabe ausgeschlossen ist. Die Menschen müssen wir mitnehmen." Dies funktioniere nur über digitale Bildung, die in der Kita beginne und im Altenheim ende.

#kurzerklärt: Wie digital ist Deutschland?
25.08.2017, Stephan Ebmeyer, SWR

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Deutschland hinkt international hinterher

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Digitalisierung in vielen Bereichen hinterher. Zum Beispiel beim Ausbau von Breitbandanschlüssen. Besonders auf dem Land gibt es häufig noch kein schnelles Internet. Staatssekretär Matthias Machnig sieht in den kommenden Jahren gleich mehrere zentrale Aufgaben für Politik und Wirtschaft: "Erstens: Infrastrukturinvestitionen müssen massiv ausgebaut werden. Zweitens: Massive Investitionen in Bildung - jede Schule braucht einen Breitbandanschluss", zählt Machnig auf: "Drittens brauchen wir Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, weil die Arbeitswelt sich dramatisch verändert."

Trotz zunehmender Verbreitung von mobilen Geräten arbeitet nur ein Sechstel der Berufstätigen von unterwegs oder flexibel von zu Hause aus. Dabei würden Frauen benachteiligt, so die Studie: Männer erhielten von ihren Arbeitgebern viel häufiger die notwendigen Geräte, um auch mobil arbeiten zu können.

Ein Mitarbeiter einer Erdbaufirma bündelt in Warendorf-Müssingen (Nordrhein-Westfalen) Glasfaser-Leerrohre zusammen. | Bildquelle: picture alliance / Guido Kirchne
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Vor allem auf dem Land hinkt der Breitbandausbau hinterher.

Wie sehr verändert Digitalisierung unser Leben?

Mobiles Arbeiten ist jedoch erst der Anfang einer sich radikal verändernden Lebenswelt, in der wir in Zukunft vielleicht überhaupt nicht mehr arbeiten werden, meint der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Das bedeute, "dass wir in den nächsten Jahren anfangen müssen, darüber nachzudenken, was ist, wenn nicht jeder einen Job haben kann", sagt Yogeshwar. "Im alten Griechenland war es so: Die Sklaven arbeiteten und die anderen befassten sich zum Beispiel mit den schönen Künsten. Und das könnte man provokant auf heute ansetzen und sagen: Müssen wir nicht heute vielleicht mehr den Wert von Gedichten und Malerei sehen, weil wir in vielleicht 15 bis 20 Jahren nicht mehr alle beschäftigt sind?"

Die Digitalisierung verändert also nicht nur unseren Umgang mit Technik, sondern vielleicht auch unsere Gesellschaftsstruktur.

Studie: Wie digital ist Deutschland?
S. Stritzel, ARD Berlin
23.01.2018 16:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Januar 2018 um 18:20 Uhr.

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