Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger | Bildquelle: AP

Affäre um WM-Vergabe 2006 Zwanziger weist Verantwortung von sich

Stand: 06.02.2016 12:15 Uhr

Für mögliche finanzielle Schäden im Zuge der WM-Affäre will Ex-DFB-Präsident Zwanziger nicht verantwortlich sein. Er reagiert damit auf den DFB, der ein Verfahren eingeleitet hatte, um zu verhindern, dass mögliche Schadenersatzansprüche verjähren.

Von Kersten Mügge, NDR

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger hat eine Verantwortung für mögliche finanzielle Schäden in der Affäre um die Vergabe der WM 2006 zurückgewiesen. Er sagte NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung", möglicherweise treffe aber andere eine Verantwortung. Wen er damit meinte, ließ er offen. Offenkundig geht es aber um Ex-Funktionärskollegen Zwanzigers.

Zuvor hatte der DFB bestätigt, dass er gegen alle Mitglieder des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006 ein Verfahren einleitete, das mögliche Schadenersatzansprüche sichert. Das trifft Franz Beckenbauer und seinen Vertrauten Fedor Radmann sowie die ehemaligen DFB-Funktionäre Zwanziger, Niersbach und Schmidt.

Das gleiche Verfahren setzte der DFB gegen die FIFA und den Testamentsvollstrecker des verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus in Gang, der einst dem WM-OK 6,7 Millionen Euro geliehen hatte. Diese landeten dann vermutlich in einer schwarzen Kasse der FIFA und sind derzeit Dreh- und Angelpunkt der DFB-Affäre.

Zwanziger sagte nun, er habe den DFB seit 2012 mündlich und schriftlich darauf hingewiesen, dass bestimmte Vorgänge untersucht werden müssten. Es sei aber nicht aufgeklärt worden. Dem DFB droht aus der 6,7-Millionen-Euro-Zahlung möglicherweise ein wesentlich höherer finanzieller Schaden: Sollte sich der Verdacht der Frankfurter Staatsanwaltschaft auf schwere Steuerhinterziehung bewahrheiten, könnte es in der Summe um bis zu 25 Millionen Euro gehen.

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