Franz Beckenbauer und Fedor Radmann | Bildquelle: dpa

Affäre um die Fußball-WM 2006 DFB will 6,7 Millionen von OK-Vize

Stand: 09.02.2016 12:52 Uhr

Der Deutsche Fußball-Bund hat nach "Bild"-Informationen eine Zahlungsaufforderung über mehrere Millionen Euro an den Beckenbauer-Vertrauten Fedor Radmann geschickt. Hintergrund sind die Bestechungsvorwürfe rund um die WM 2006.

In der Affäre um die WM 2006 fordert der Deutsche Fußball-Bund der "Bild"-Zeitung zufolge von Fedor Radmann, dem früheren Vizepräsidenten des Organisationskomitees, die Zahlung von 6,7 Millionen Euro. Der Vertraute des einstigen Organisationskommitee-Chefs Franz Beckenbauer soll die Summe demnach innerhalb von 20 Tagen an den Verband überweisen. Mit diesem juristischen Schritt will der Fußball-Verband offenbar sicherstellen, dass mögliche Schadenersatzansprüche nicht verjähren.

Der Betrag entspricht der dubiosen Summe, die der DFB vor der Weltmeisterschaft 2006 auf ein Konto des Weltverbands FIFA geleitet hatte. Angeblich sollte mit dem Geld ein Darlehen des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus zurückgezahlt werden. Wohin es tatsächlich floss, ist bislang noch nicht geklärt.

Summe war angeblich für WM-Eröffnungsgala

Die Zahlung an die FIFA war ursprünglich als Beitrag für die später abgesagte WM-Eröffnungsgala verschleiert worden. Der ursprüngliche Kredit von Dreyfus war nach Angaben von Beckenbauer als Gegenleistung für einen hohen FIFA-Zuschuss zur WM in Deutschland verwendet worden.

Mit dem Vorgehen gegen Radmann will sich der DFB offenbar rechtlich absichern, um einen möglichen finanziellen Schaden in der Affäre vom Verband fernzuhalten. "Es geht also auch in diesem Fall darum, Rechtspositionen zu erhalten. In der Schweiz geschieht dies durch das sogenannte Betreibungsverfahren, durch das eine Verjährung von Ansprüchen verhindert wird. Die dazu notwendigen Schritte haben wir fristgerecht eingeleitet", zitierte die "Bild" einen DFB-Sprecher.

Bereits zuvor hatte der DFB sogenannte Güteanträge bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg eingereicht, um den Anspruch auf möglichen Schadensersatz in Millionenhöhe zu wahren, wie der Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" berichtet hatte. Die Ansprüche richten sich demnach neben Beckenbauer und Radmann auch gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, den Testamentsvollstrecker von Robert Louis-Dreyfus sowie die FIFA.

Diese Darstellung bestätigte Fedor Radmann laut Deutscher Presse-Agentur. Der Zahlungsaufforderung des DFB habe er inzwischen widersprochen, erklärte Radmann weiter. Nun sei wieder der Verband am Zug.

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