Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach  | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung DFB will mit den Behörden kooperieren

Stand: 03.11.2015 18:01 Uhr

Wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung stehen DFB-Präsident Niersbach und dessen Vorgänger Zwanziger im Fokus der Behörden: Der DFB kündigte an, eng mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren. Zwanziger empfahl dem DFB, Ansprüche gegen Beckenbauer zu prüfen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat der Staatsanwaltschaft Frankfurt seine "vollumfängliche Unterstützung" bei den Ermittlungen in der WM-Affäre zugesagt. Das gab der DFB nach den Durchsuchungen der eigenen Verbandszentrale sowie den Wohnungen seines amtierenden Präsidenten Wolfgang Niersbach, seines ehemaligen Präsidenten Theo Zwanziger und des früheren Generalsekretärs Horst R. Schmidt bekannt. Der DFB als Verband ist nach eigenen Angaben "nicht Beschuldigter des Verfahrens".

Der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger sagte der ARD in Frankfurt, dass er die Durchsuchung ausdrücklich begrüße. Er habe nichts zu verbergen und hoffe, dass die Untersuchungen zur Aufklärung der Korruptionsvorwürfe beitrügen.

Zwanziger: Ansprüche gegen Beckenbauer klären

Zwanziger rät dem DFB zudem, finanzielle Ansprüche gegen Franz Beckenbauer zu prüfen, der das WM-Organisationskomitee geleitet hatte. Es sei die Aufgabe des derzeitigen DFB-Präsidiums, zu prüfen und zu entscheiden, ob die Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro von Beckenbauer zurückgefordert werden müsse und etwaige steuerliche Verpflichtungen nachträglich zu erledigen seien, schrieb Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz in einem Brief an den Verband, den die Deutsche Presse-Agentur einsehen konnte.

Beckenbauer sei der Begünstigte der damaligen Zahlung, weil damit die von ihm persönlich eingegangene Schuldverpflichtung aus heutiger Sicht möglicherweise zu Unrecht getilgt wurde, hieß es in dem Schreiben.

DFB will bei Steuer-Ermittlungen um WM 2006 kooperieren
tagesschau 14:00 Uhr, 03.11.2015, Jan-Peter Bartels, HR

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Es geht wieder um die 6,7 Millionen Euro

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatte im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall aufgenommen. Laut der Behörde geht es um den Geldtransfer von 6,7 Millionen Euro des WM-Organisationskomitees an den Fußball-Weltverband FIFA.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die Einreichung inhaltlich unrichtiger Steuererklärungen veranlasst und dadurch zu wenig Abgaben für das Jahr 2006 gezahlt zu haben.

Steuerminderung nicht rechtens?

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft heißt es: Nach derzeitigem Erkenntnisstand soll eine durch das Organisationskomitee im Frühjahr 2005 geleistete Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro für eine Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden sein, obwohl ihr tatsächlich ein anderer Zweck zugrunde lag und die Zahlung daher nicht als abzugsfähige Betriebsausgabe hätte geltend gemacht werden dürfen", so die Staatsanwaltschaft.

Die Zahlung von 6,7 Millionen Euro im Rahmen der WM-Vergabe 2006 steht bereits seit Wochen im Mittelpunkt der DFB-Affäre. So gibt es weiter den Verdacht, dass das Geld zum Stimmenkauf genutzt wurde, um die WM nach Deutschland zu holen.

DFB-Präsident Niersbach hatte zwar zuletzt erklärt, bei der Vergabe sei alles mit rechten Dingen zugegangen, es habe keinen Stimmenkauf und keine schwarzen Kassen gegeben. Die 6,7 Millionen Euro seien an den Weltfußballverband FIFA geflossen, um dem DFB einen Zuschuss in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken für die Organisation der Weltmeisterschaft 2006 zu sichern. Die FIFA widersprach allerdings dieser Version.

Steuer-Razzia beim DFB
H. Borufka, HR
03.11.2015 11:42 Uhr

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