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ARD-Vorwahlumfrage Kretschmanns Grüne überholen die CDU

Stand: 03.03.2016 22:18 Uhr

Grüne vor CDU: In Baden-Württemberg könnte das bei der Wahl am 13. März so kommen - dank Ministerpräsident Kretschmann. Weiteres Ergebnis der ARD-Vorwahlumfrage: In Rheinland-Pfalz ist die SPD der CDU auf den Fersen. Und in Sachsen-Anhalt könnte die AfD auf 19 Prozent kommen.

Von Ellen Ehni, WDR

Es ist eine kleine Sensation: Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sieht die ARD-Vorwahlumfrage die Grünen mit 32 Prozent als stärkste Kraft (Wahlergebnis 2011: 24,2 Prozent). In der Sonntagsfrage von Infratest dimap kommt die CDU auf 28 Prozent (Wahlergebnis 2011: 39,0 Prozent). Die SPD liegt bei 13 Prozent (Wahlergebnis 2011: 23,1 Prozent). Die AfD erreicht ebenfalls 13 Prozent. Die FDP kommt auf acht Prozent (Wahlergebnis 2011: 5,3 Prozent), die Linke auf vier Prozent (Wahlergebnis 2011: 2,8 Prozent). Die sonstigen Parteien liegen bei zwei Prozent. Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche.

Ellen Ehni, WDR, mit den Ergebnissen der Sonntagsfrage in Baden-Württemberg
tagesschau 22:15 Uhr, 03.03.2016

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Große Zufriedenheit mit der Landesregierung

65 Prozent der Befragten geben an, mit der Arbeit der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Selbst bei den Anhängern der Union - also der Opposition - sind es 60 Prozent, die mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden sind.

Zufriedenheit mit der Landesregierung
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Zufriedenheit mit der Landesregierung

Wenn die Bürger im Land ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 64 Prozent für Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) entscheiden. Gerade mal 17 Prozent würden den Herausforderer von der CDU, Guido Wolf, wählen. Neun Prozent würden sich für keinen der beiden entscheiden. Auch hier ist es interessant, auf die CDU-Anhänger zu schauen: 45 Prozent von ihnen würden den Grünen-Politiker Kretschmann wählen, nur 37 Prozent den eigenen Kandidaten Wolf.

Guido Wolf hat es offenbar geschadet, in der Flüchtlingspolitik Gegenpositionen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel bezogen zu haben. Er hatte sich unter anderem für tagesaktuelle Flüchtlingskontingente ausgesprochen. 51 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg finden es nicht richtig, dass Wolf sich in der Flüchtlingspolitik gegen Kanzlerin Merkel gestellt hat. 41 Prozent finden das richtig. Bei den CDU-Anhängern fällt das Urteil noch eindeutiger aus: 59 Prozent finden Guido Wolfs Abgrenzung nicht richtig, nur 31 Prozent finden sie richtig.

Schwierige Mehrheitsbildung in Stuttgart

Eine Fortsetzung des bisherigen grün-roten Regierungsbündnisses wäre nach dieser aktuellen Umfrage knapp nicht mehr möglich - und doch wünschen sich genau das die meisten Baden-Württemberger: Eine Fortführung der Koalition aus Grünen und SPD fänden 52 Prozent der Befragten sehr gut bzw. gut für Baden-Württemberg.

Auch für eine schwarz-rote Koalition reicht es im Moment nicht. Rechnerisch möglich wäre unter anderem eine grün-schwarze (oder schwarz-grüne Koalition) - und die fänden immerhin 44 Prozent der Befragten sehr gut bzw. gut für Baden-Württemberg.

Rheinland-Pfalz: SPD knapp hinter CDU

Die CDU kommt in der Sonntagsfrage der ARD-Vorwahlumfrage Rheinland-Pfalz auf 36 Prozent (Wahlergebnis 2011: 35,2 Prozent). Die SPD erreicht 34 Prozent (Wahlergebnis 2011: 35,7 Prozent). Die AfD erreicht neun Prozent. Die Grünen kommen auf sieben Prozent (Wahlergebnis 2011: 15,4 Prozent). Die FDP erreicht fünf Prozent (Wahlergebnis 2011: 4,2 Prozent) und die Linke vier Prozent (Wahlergebnis 2011: 3 Prozent). Die sonstigen Parteien kommen auf fünf Prozent. Auch bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche.

Ellen Ehni, WDR, mit den Ergebnissen der Sonntagsfrage in Rheinland-Pfalz
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.03.2016

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Eine Fortführung der bisherigen rot-grünen Koalition wäre demnach nicht mehr möglich. Dies wäre aber der Favorit der Einwohner von Rheinland-Pfalz: 47 Prozent der Befragten fänden dies sehr gut bzw. gut für das Land. Für ein Bündnis aus CDU und FDP würde es ebenfalls nicht reichen - eine solche Koalition fänden nur 32 Prozent der Befragten sehr gut bzw. gut.

Rechnerisch möglich wäre nach diesen Zahlen unter anderem eine große Koalition, was 43 Prozent der Bürger befürworten würden.

Wenn die Rheinland-Pfälzer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 50 Prozent für Amtsinhaberin Malu Dreyer (SPD) entscheiden. 30 Prozent würden die Herausforderin der CDU, Julia Klöckner, wählen. Acht Prozent würden sich für keine der beiden entscheiden.

Sachsen-Anhalt: SPD schwach, AfD stark

Die CDU kommt in der Sonntagsfrage der ARD-Vorwahlumfrage Sachsen-Anhalt auf 31 Prozent (Wahlergebnis 2011: 32,5 Prozent). Die Linke erreicht 21 Prozent (Wahlergebnis 2011: 23,7 Prozent). Die AfD erreicht 19 Prozent. Die SPD kommt auf 15 Prozent (Wahlergebnis 2011: 21,5 Prozent). Die Grünen erreichen 5,5 Prozent (Wahlergebnis 2011: 7,1 Prozent) und die FDP 4,5 Prozent (Wahlergebnis 2011: 3,8 Prozent). Die sonstigen Parteien kommen auf vier Prozent. Bei dieser Umfrage handelt es sich ebenfalls ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Eine Fortführung des bisherigen Regierungsbündnisses wäre demnach knapp möglich.

Ellen Ehni, WDR, mit den Ergebnissen der Sonntagsfrage in Sachsen-Anhalt
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.03.2016

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Wenn die Bürger in Sachsen-Anhalt ihren Ministerpräsidenten bzw. ihre Ministerpräsidentin direkt wählen könnten, würden sich 46 Prozent für Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) entscheiden. Zwölf Prozent würden den Herausforderer der Linken, Wulf Gallert, wählen. Ebenfalls zwölf Prozent würden sich für die SPD-Herausforderin Katrin Budde (SPD) entscheiden. 14 Prozent würden sich für keinen der drei entscheiden.

Eine Fortführung der Koalition aus CDU und SPD fänden 54 Prozent der Befragten sehr gut bzw. gut für Sachsen-Anhalt. Eine Koalition aus Linken, SPD und Grünen fänden 38 Prozent sehr gut bzw. gut für Sachsen-Anhalt. Eine Koalition aus CDU und AfD fänden zwölf Prozent der Befragten gut bzw. sehr gut. Letztere Option wurde von CDU-Spitzenkandidat Haseloff bereits ausgeschlossen.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Württemberg ab 18 Jahren
Fallzahl: 1002 Befragte
Erhebungszeitraum: 29. Februar bis 02. März 2016

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz ab 18 Jahren
Fallzahl: 1004 Befragte
Erhebungszeitraum: 01. bis 02. März 2016

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung im Bundesland (Deutsche ab 18 Jahren)
Fallzahl: 1001 Befragte
Erhebungszeitraum: 29. Februar bis 02. März 2016

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund 3 Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa 1 Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter 3 Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Korrespondentin

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Ellen Ehni, WDR

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