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Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma in Berlin

Mahnmal in Berlin eingeweiht

Ein Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma

Mehr als 67 Jahre nach Kriegsende ist in Berlin das Denkmal für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma der Öffentlichkeit übergeben worden. An dem Festakt nahmen führende Vertreter des Bundes und der Länder sowie der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, teil. Auch mehr als 100 Überlebende des Holocaust waren anwesend.

Rose warnte bei der Festveranstaltung vor einem neuen Rassismus gegen Sinti und Roma. Dieser Rassismus richte sich vordergründig gegen seine Minderheit, tatsächlich aber gehe es um die Demokratie und die demokratischen Werte insgesamt. "Hier genügen keine Verbote - die Ächtung jedweder Gewalt muss in der ganzen Gesellschaft Platz greifen."

Denkmal für ermordete Sinti und Roma in Berlin eingeweiht
tasgesthemen 22:15 Uhr, 24.10.2012, Oliver Jarasch, ARD Berlin

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Der Völkermord an Sinti und Roma sei der "vergessene Holocaust", sagte der Zeitzeuge Soni Weisz. Er berichtete vor den Zuhörern, wie er seiner Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz entging, aber zuschauen musste, wie seine Eltern und Geschwister abtransportiert wurden.

Das Denkmal sei ein "Zeichen der Anerkennung des zugefügten Leids", aber auch der Hoffnung, dass "Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus nicht mehr diese Formen annimmt wie in den 1930er-Jahren". Weisz kritisierte zugleich den Umgang mit Sinti und Roma in der Gegenwart. Die Gesellschaft habe "fast nichts" gelernt.

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Denkmal für den NS-Völkermord an Sinti und Roma in Berlin eingeweiht

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

20 Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung gibt es nun in Berlin ein Denkmal für die durch das NS-Regime ermordeten Sinti und Roma. Bis zu einer halben Million Angehörige dieser Minderheit fielen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Europa zum Opfer. Ziel der Nazis war es, alle Kinder, Frauen und Männer zu vernichten, die den Roma und Sinti angehörten. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrer Ansprache, der Völkermord an Sinti und Roma habe "tiefe Spuren hinterlassen und noch tiefere Wunden". Das Denkmal halte dem Betrachter einen "Spiegel unendlicher Trauer" vor. Es trage das Schicksal des einzelnen Menschen "in unsere Mitte" und mahne an die Verpflichtung, die Würde des Menschen zu achten - "und zwar in jedem einzelnen Falle".

Israelischer Künstler gestaltete das Denkmal

Der israelische Künstler und Gestalter des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, Dani Karavan,
galerie

Der israelische Künstler Dani Karavan hat das Denkmal entworfen.

Der israelische Künstler Dani Karavan hat das Denkmal gestaltet. Es besteht aus einem runden Wasserbecken, in dessen Mitte eine versenkbare steinerne Stele montiert ist. Auf dem Rand steht in englischer und deutscher Sprache das Gedicht "Auschwitz" von Santino Spinelli.

Nach den Juden und den Homosexuellen haben damit auch die Sinti und Roma nach über 20-jähriger Planung in Berlin einen Ort der Erinnerung an die Schrecken des Holocaust. Die Kosten von 2,8 Millionen Euro trägt der Bund.

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