DLRG-Mitarbeiter und andere Helfer reichen sich Sandsäcke  | Bildquelle: dpa

Tief "Alfred" Aufräumen im Harz, Bangen in Hildesheim

Stand: 27.07.2017 07:45 Uhr

Nach einem kurzen Moment des Aufatmens bangen die Menschen in Hildesheim erneut: Das Wasser in der niedersächsischen Domstadt steigt wieder. In den anderen Hochwassergebieten geht es dagegen schon ans Aufräumen der Schäden von Tief "Alfred".

Die Zeichen in Hildesheim standen schon auf Entspannung, doch in der Nacht spitzte sich die Lage wieder zu. "Die Pegelstände steigen wieder, das ist keine gute Nachricht für uns", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Je länger das Wasser gegen die feuchten Sandsäcke drücke, desto schlechter sei das, hieß es.

Um die bedrohten Dämme zu festigen, schichteten die Helfer Hunderte Sandsäcke auf. "Wir hoffen natürlich, dass alles hält", sagte der Sprecher. Am Mittwoch hatten die Menschen in Hildesheim noch aufgeatmet, weil der Pegelstand gesunken war - am Donnerstagmorgen stieg das Wasser aber wieder auf 7,03 Meter. Zuvor hatte der Pegelstand die Rekordmarke von 7,15 Metern erreicht.

Katastrophenalarm in Goslar aufgehoben

Im niedersächsischen Goslar und in den Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt denken die Menschen hingegen schon ans Aufräumen.

In Goslar fielen die Pegelstände, die Innenstadt wurde für den Verkehr wieder freigegeben. Einige Straßen blieben aber noch gesperrt. Im Laufe des Tages wollen die Einsatzkräfte die Lage begutachten und über weitere Schritte nachdenken.

Lage in den Hochwassergebieten weiter kritisch
tagesschau 15:00 Uhr, 27.07.2017, Christoph Hamann, NDR

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Das Landratsamt des Goslarer Kreises hob in der Nacht den Katastrophenalarm auf. Hunderte Helfer waren im Einsatz, um Schäden zu beseitigen. Einige Keller wurden leergepumpt. Wie hoch die Schäden sind, stand zunächst nicht fest. Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk hatte zuvor von Kosten in Millionenhöhe für Sanierung und Renovierung gesprochen.

Aufräumarbeiten im Harz

Auch in der von Überflutungen ebenfalls stark betroffenen Harzregion in Sachsen-Anhalt stehen die Aufräumarbeiten an. Die Experten vom Landesamt für Hochwasserschutz und vom Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt gingen davon aus, dass die Pegelstände in den kommenden Tagen sinken. "Die Lage entspannt sich zusehends", sagte ein Sprecher der Einsatzstelle im Landkreis Harz.

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Starkregen, Hochwasser und Katastrophenalarm durch Tief Alfred

Hochwasser und Starkregen:  Der Fluss Abzucht im Harz

Stundenlanger Dauerregen hat im Harz und anderen Teilen Deutschlands Bäche zu reißenden Flüssen werden lassen. Hier: das Flüsschen Abzucht in Goslar im Harz. Vielerorts fiel innerhalb von zwei Tagen so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. | Bildquelle: dpa

Am Mittwochabend war infolge des Dauerregens die Zillierbachtalsperre oberhalb von Wernigerode übergelaufen. Nach Einschätzung des Talsperrenbetriebs wird das Wasser hier noch tagelang weiter auslaufen - allerdings nicht in gefährlichem Ausmaß. Derzeit strömten rund 1,3 Kubikmeter je Sekunde in den Zillierbach, negative Auswirkungen auf Wernigerode gebe es aufgrund der vergleichsweise geringen Mengen nicht, hieß es.

Enorme Regenmengen hatten kleine Bäche in der Harzregion zu reißenden Flüssen werden lassen, Straßen und Häuser standen unter Wasser. Einsatzkräfte sicherten in der Nacht den Flusslauf der Holtemme, damit Mahndorf bei Halberstadt nicht überflutet wird.

Behinderungen bei der Bahn

Trotz der Entspannung müssen Bahnpendler in einigen Regionen mit erheblichen Behinderungen rechnen. Mehrere Regionalverbindungen im südlichen Niedersachsen blieben bis zum Freitag gesperrt, teilte der Bahnbetreiber Erixx mit. Teilweise werde ein Busnotverkehr eingerichtet, einige Haltestellen könnten nicht bedient werden. Fahrgäste wurden gebeten, deutlich mehr Fahrzeit einzuplanen.

Wegen Hochwassers war auch ein Teil der Bahnstrecke von München nach Garmisch-Partenkirchen gesperrt. Im südlichen Teil Oberbayerns gab es darüber hinaus noch Beeinträchtigungen. Dort habe man ein paar Straßen sperren müssen, sagte eine Polizeisprecherin.

Entwarnung vom Wetterdienst

Vom Dauerregen des Tiefs "Alfred" waren neben dem südlichen Niedersachsen auch Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern besonders schwer betroffen. Hier fielen binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Millimeter Regen - und damit teils deutlich mehr als sonst in einem gesamten Juli. Auf dem Brocken im Harz registrierte der DWD sogar 238 Millimeter Regen.

Für die kommenden Tagen geben die Meteorologen aber Entwarnung: Tief "Alfred" ziehe nach Osten ab, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Der Regen höre damit zwar nicht auf, aber die Intensität lasse nach. Sommerlich-schön wird es allerdings nicht.

Steigende Pegelstände in Tschechien

Die Auswirkungen des Tiefs bekommen jetzt auch Deutschlands Nachbarn zu spüren: Im Norden Tschechiens lässt Dauerregen Bäche und Flüsse anschwellen. Der staatliche Wetterdienst CHMU gab eine Unwetterwarnung wegen weiterer Niederschläge für die Verwaltungsregionen Liberec (Reichenberg) und Hradec Kralove (Königgrätz) heraus.

Die Wittig, ein Nebenfluss der Lausitzer Neiße, drohte über die Ufer zu treten. Die Meteorologen empfahlen, Tiere und Fahrzeuge in höher gelegene Gebiete zu bringen sowie Türen und Fenster abzudichten.

Welche Versicherung zahlt bei Überschwemmungen?

Während Sturmschäden oft über Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen abgesichert sind, werden Schäden durch heftige Niederschläge nur bei Abschluss einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung reguliert. Der vollgelaufene Keller mit Folgeschäden für Haus und Hausrat ist somit in der Regel unversichert.
Nach einem Schaden sollte der Versicherer sofort informiert werden - am besten per Einschreiben-Rückschein, rät der Bund der Versicherten. Er empfiehlt, Fotos zu machen und eine Liste beschädigter Gegenstände zu erstellen.

Über dieses Thema berichtete das ARD Morgenmagazin am 27. Juli 2017 um 05:39 Uhr.

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