In Rhüden (Niedersachsen) schöpfen zwei Bewohnerinnen mit Eimern Wasser nach draußen, das durch die Flut in ihr Haus eingedrungen ist. | Bildquelle: dpa

Tief "Alfred" Eimerweise Wasser - und die Folgen

Stand: 27.07.2017 03:00 Uhr

Die massiven Regenfälle sorgen in Teilen Deutschlands für eine angespannte Lage: Im Landkreis Goslar wurde zeitweise der Katastrophenalarm ausgerufen. Vielerorts fallen Zugverbindungen aus. Bei Wernigerrode lief eine Talsperre über.

Es ist ein schwacher Trost: Zumindest für die kommenden Tage geben die Meteorologen Entwarnung. Der Dauerregen gehe zu Ende, Tief "Alfred" ziehe nach Osten ab, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Aber noch kämpfen viele Regionen in Deutschland mit den Folgen des Dauerregens der vergangenen Tage.

Besonders schwer betroffen ist ein Streifen vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern. Hier fielen binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Millimeter Regen - und damit teils deutlich mehr als sonst in einem gesamten Juli. Auf dem Brocken im Harz registrierte der DWD sogar 238 Millimeter Regen.

Denn vor allem der Harz kämpft gegen das Hochwasser, weil Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer traten. In dem niedersächsischen Landkreis Goslar wurde zeitweise Katastrophenalarm ausgerufen. Dort wurde die gesamte Innenstadt gesperrt. Ein Hotel sowie eine Seniorenresidenz wurden evakuiert. Braune Wasserfluten strömten über den Marktplatz. "Die Stadt hat eine Hochwasserlage erlebt, wie es sie seit 70, 80 Jahren nicht gegeben hat", sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk. Seit dem Nachmittag entspanne sich die Situation aber allmählich.

Aufräumarbeiten nach Starkregen in Niedersachsen
ARD-Morgenmagazin, 27.07.2017, Ole Lerch, NDR

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"Fast aussichtlose Lage" in Bad Harzburg

Im nahegelegenen Bad Harzburg stand das Wasser in vielen Straßen zwischenzeitlich fast einen halben Meter hoch. Der Bahnhof wurde gesperrt. Die Polizei orderte Verstärkung an. "Hier ist Land unter", sagte eine Verwaltungsmitarbeiterin der Stadt. Die Einsatzkräfte sprachen von einer "fast aussichtslosen" Lage. Einige Gebäude mussten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben aufgeben.

Überschwemmungen in Bad Harzburg (unkommentiert)
26.07.2017

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Man werde der Wassermassen nicht mehr Herr, so ein Sprecher. Volle Keller würden erst später leer gepumpt, wenn der Regen nachgelassen habe. Derzeit seien alle Zufahrtswege in die Stadt wegen Überschwemmungen gesperrt. Auch per Zug war Bad Harzburg nicht mehr zu erreichen.

Die wenige Kilometer entfernte kleine Siedlung Oberschulenberg wurde vorsorglich evakuiert. Dort drohe der Damm eines alten Teiches zu brechen, teilte der Landkreis Goslar mit. Die Siedlung liegt in einem Waldgebiet und besteht aus wenigen Häusern.

Talsperre übergelaufen

Auch in anderen Bundesländern sorgt "Alfred" für Hochwasseralarm. Aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt meldete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft für die Ortschaften Mahndorf an der Holtemme sowie Hoppenstedt und Ilsenburg an der Ilse die zweithöchste Hochwasserwarnstufe.

Am Abend trat das Wasser einer Talsperre im Harz über das Ufer. Wie ein Vertreter des Talsperrenbetriebs bei Wernigerode in Sachsen-Anhalt mitteilte, war die Lage aber "nicht problematisch". Mit 1500 Litern pro Sekunde sei die Menge deutlich geringer, als befürchtet worden war. Das Wasser fließe in den Zillierbach. Dieser könne die Menge verkraften, da der Regen am Nachmittag aufgehört habe.

In Wernigerode wird zudem eine Frau vermisst. Die 69-Jährige wohnt in der Nähe eines Flusslaufes. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie am Dienstag in den stark angestiegenen Fluss gefallen ist.

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Starkregen, Hochwasser und Katastrophenalarm durch Tief Alfred

Hochwasser und Starkregen:  Der Fluss Abzucht im Harz

Stundenlanger Dauerregen hat im Harz und anderen Teilen Deutschlands Bäche zu reißenden Flüssen werden lassen. Hier: das Flüsschen Abzucht in Goslar im Harz. Vielerorts fiel innerhalb von zwei Tagen so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. | Bildquelle: dpa

In Thüringen meldete die Hochwasserzentrale erhöhte Pegelstände für die Einzugsgebiete der Flüsse Unstrut und Werra. Die Polizei berichtete dort außerdem von Behinderungen durch überflutete Straßen und von vollgelaufenen Kellern und Unterführungen. Unwetterwarnungen hob der DWD aber inzwischen wieder auf.

Auf der Ostseeinsel Rügen wurden bei einem Unfall bei Dauerregen zwei Urlauber lebensgefährlich verletzt.

Auch in Bayern berichteten die Behörden von steigenden Pegelständen und gaben Hochwasserwarnungen für Landkreise und Städte heraus - darunter für die Kreise Ober- und Unterallgäu sowie die Städte Bamberg, Memmingen, Kempten.

Klimaforscher: Wetterextreme nehmen zu

Ein Sommer mit Stark- und Dauerregen über mehrere Tage wird nach Ansicht von Potsdamer Klimaforschern in Deutschland bald nicht mehr nur Ausnahme sein. "Ganz 'normale' Bilderbuchsommer, trocken und mit Temperaturen um die 25 bis 30 Grad über mehrere Wochen werden immer seltener", erklärte der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Normal werden nach seiner Einschätzung zunehmend längere Trockenperioden und Hitzephasen, gefolgt von Stark- und Dauerregen.

"Es gibt erste Hinweise, dass der Klimawandel nicht nur die Temperaturen allmählich steigen lässt", sagte Hoffmann. Das sei schon einige Zeit zu beobachten. Da sich die Arktis stärker erwärme als der Rest der Welt, verändere das auch die Zirkulation in der Atmosphäre. "Ein häufiger Wechsel von Wetterlagen mit Unwetterpotenzial könnte die Folge sein", sagte der Meteorologe. "Und wenn die Atmosphäre potenziell wärmer ist, fallen Niederschläge intensiver aus." Tagesrekorde bei Hitze um 40 Grad in Süddeutschland im Vorjahr oder sintflutartige Regenfälle wie Ende Juni in Berlin seien dann ohne weiteres häufiger möglich.

Welche Versicherung zahlt bei Überschwemmungen?

Während Sturmschäden oft über Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen abgesichert sind, werden Schäden durch heftige Niederschläge nur bei Abschluss einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung reguliert. Der vollgelaufene Keller mit Folgeschäden für Haus und Hausrat ist somit in der Regel unversichert.
Nach einem Schaden sollte der Versicherer sofort informiert werden - am besten per Einschreiben-Rückschein, rät der Bund der Versicherten. Er empfiehlt, Fotos zu machen und eine Liste beschädigter Gegenstände zu erstellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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