Hochwasser in Hildesheim | Bildquelle: dpa

Tief "Alfred" Regen, Regen und noch mehr Regen

Stand: 26.07.2017 10:15 Uhr

Erst war er ärgerlich, nun ist er vielerorts gefährlich: Dauerregen macht den Rettungskräften Sorgen. Vor allem die Mitte Deutschlands versinkt in Wassermassen. Mittlerweile wurde die gesamte Innenstadt von Goslar gesperrt, ein Hotel musste evakuiert werden.

Nach starken Regenfällen kämpft die Feuerwehr vor allem in Niedersachsen und Thüringen weiter gegen drohende Überschwemmungen. Im Landkreis Goslar traten gleich mehrere Flüsse über die Ufer. In der Stadt Goslar wurde mittlerweile die gesamte Innenstadt gesperrt. Ein Hotel musste evakuiert werden, twitterte die Polizei Braunschweig.

Polizei Braunschweig @Polizei_BS
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Im Ort Bad Harzburg sprachen die Einsatzkräfte von einer mittlerweile "fast aussichtslosen" Lage, das Wasser stehe fast einen halben Meter hoch in einigen Straßen. Aus den umliegenden Gemeinden wurden Helfer angefordert, das Technische Hilfswerk ist bereits mit im Einsatz.

Hochwasser nach schweren Regenfällen in Niedersachsen
Morgenmagazin 05:30 Uhr, 26.07.2017, Christian Wyrembek, ARD Leipzig

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Etwas entspannter gestaltet sich die Situation im niedersächsischen Hildesheim. "Bisher hält alles, wir sind nach wie vor auf alles vorbereitet", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Evakuierung von Wohngebieten in der Stadt sei erst einmal kein Thema, allerdings sei alles für diesen Fall vorbereitet: "Die Türen einer Notunterkunft stehen offen", erklärte der Sprecher. Bisher hätten sich 13 Menschen von selbst in die Unterkunft begeben und würden dort mit dem Nötigsten versorgt.

Die Feuerwehr war in der Nacht mit rund 200 Kräften im Einsatz. "Wir verbauen Sandsäcke und prüfen, ob sie dem Druck stand halten", sagte der Sprecher. An einigen Stellen sickere Wasser durch die aufgeschichteten Säcke - jedoch ausschließlich an Grünflächen entlang der Innerste, einem Nebenfluss der Leine. "Die Innerste hat in der Nacht am Pegel Heinde einen Rekord erreicht", sagte ein Sprecher der Stadt. Beim Hochwasser 2007 stand das Wasser bei 675 Zentimeter, in der Nacht zum Mittwoch erreichte es die Marke von 694 Zentimeter. Eine unmittelbare Gefahr für die Menschen bestehe jedoch nicht. In den von Überschwemmungen betroffenen Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont war die Lage stabil.

Paul Pietraß, MDR, mit Eindrücken aus Ilsenburg
Morgenmagazin 08:30 Uhr, 26.07.2017

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In Thüringen ist die Lage stabil

In Thüringen rückten die Rettungskräfte am Morgen zu keinen größeren wetterbedingten Einsätzen aus. "Seit Mitternacht war hier im Grunde Ruhe", sagte eine Sprecherin des Lagezentrums. Die Pegelstände steigen demnach nur langsam. In Göllingen im Kyffhäuserkreis verstärkte die Feuerwehr nach heftigen Regenfällen einen Damm an der Wipper.

Am Dienstag sorgte der Dauerregen jedoch bis kurz vor Mitternacht für zahlreiche Probleme. Im Laufe des Tages mussten insgesamt 13 überflutete oder wegen umgestürzter Bäume blockierte Straßen gesperrt werden. Es kam zu mehreren Autounfällen wegen Aquaplaning. Gullydeckel wurden aus ihrer Verankerung gedrückt.

Unwetterwarnung bis Donnerstagfrüh

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für fast ganz Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vor Starkregen. Für manche Landesteile von Mecklenburg-Vorpommern wird gar vor "extrem ergiebigem Dauerregen" mit bis zu 110 Litern pro Quadratmeter gewarnt. Besonders betroffen ist der Osten des Landes. Bis in die Mittagsstunden soll der Dauerregen laut DWD in Niedersachsen abziehen. In Mecklenburg-Vorpommern lässt er erst Donnerstagfrüh nach.

Dauerregen und Sturmböen in Bayern

Auch in vielen Gebieten Bayerns wird die Lage durch die Regenmassen kritischer. Sowohl der Fluss Itz im Landkreis Coburg und die fränkische Saale stiegen bereits an und der Deutsche Wetterdienst hat vor weiteren Regenfällen bis in die kommende Nacht gewarnt.

An den Alpen, im Vorland und am Bayerischen Wald werden demnach bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erwartet. Hinzu kommen südlich der Donau und in höheren Lagen des Bayerischen Walds und der Alpen Sturmöen.

Klimaforscher: Wetterextreme nehmen zu

Ein Sommer mit Stark- und Dauerregen über mehrere Tage wird nach Ansicht von Potsdamer Klimaforschern in Deutschland bald nicht mehr nur Ausnahme sein. "Ganz 'normale' Bilderbuchsommer, trocken und mit Temperaturen um die 25 bis 30 Grad über mehrere Wochen werden immer seltener", erklärte der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Normal werden nach seiner Einschätzung zunehmend längere Trockenperioden und Hitzephasen, gefolgt von Stark- und Dauerregen.

"Es gibt erste Hinweise, dass der Klimawandel nicht nur die Temperaturen allmählich steigen lässt", sagte Hoffmann. Das sei schon einige Zeit zu beobachten. Da sich die Arktis stärker erwärme als der Rest der Welt, verändere das auch die Zirkulation in der Atmosphäre. "Ein häufiger Wechsel von Wetterlagen mit Unwetterpotenzial könnte die Folge sein", sagte der Meteorologe. "Und wenn die Atmosphäre potenziell wärmer ist, fallen Niederschläge intensiver aus." Tagesrekorde bei Hitze um 40 Grad in Süddeutschland im Vorjahr oder sintflutartige Regenfälle wie Ende Juni in Berlin seien dann ohne weiteres häufiger möglich.

Konträres Bild im Süden Europas

Während Deutschland die nasskalte Seite des Sommers zu spüren bekommt, zeigt sich in Südeuropa das genaue Gegenteil. Auf der Mittelmeerinsel Zypern sollen die Temperaturen durch eine Hitzewelle auf mehr als 40 Grad Celsius ansteigen. In Südfrankreich und in Portugal kämpfen Rettungskräfte gegen schwere Waldbrände, die durch Trockenheit und Wind teils noch zusätzlich angefacht werden.

Über dieses Thema berichtete am 26. Juli 2017 die tagesschau um 07:00 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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