Hintergrund

Online-Sicherheit Schützen Sie sich vor Datenklau!

Stand: 18.08.2008 15:59 Uhr

Ob im Online-Kaufhaus, bei Gewinnspielen oder am Telefon - persönliche Daten werden oft abgefragt. Auch der private USB-Stick am Schlüsselbund kann mal verloren gehen. Doch wie vermeidet man, dass diese sensiblen Daten missbraucht werden? tagesschau.de gibt Tipps, um Datenklau zu verhindern.

Bankdaten

Grundsätzlich gilt: Geben Sie niemals Ihre Kontonummer heraus, wenn Sie sich nicht sicher sind, mit wem Sie es zu tun haben. Verbraucherzentralen warnen etwa vor angeblichen Datenschützern, die telefonisch versuchen, an Bankdaten heranzukommen.

Vermeiden Sie es außerdem so weit wie möglich, Ihre Kontonummer im Internet zu hinterlassen. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, ob ohne Ihr Einverständnis Geld abgebucht wurde. Seien Sie misstrauisch, wenn Sie ungefragt von Callcentern angerufen werden, die Ihnen irgendwelche Produkte, Gewinnspiele etc. verkaufen wollen.

Wenn Sie zu denjenigen gehören, deren Bankdaten bereits von dubiosen Adressen- und Datenhändlern missbraucht wurden, handeln Sie schnell. Wurde Geld zu Unrecht abgebucht, gehen Sie zu Ihrer Bank und lassen Sie den Betrag zurückbuchen. Erstatten Sie im Falle einer Abbuchung ohne Einzugsermächtigung auf jeden Fall Strafanzeige.

Festplatte

CD
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Sensible Daten müssen in einer vernetzten Welt besonders gut gesichert werden.

Viele der privatesten Daten finden sich in der Regel auf dem eigenen Computer. Wird Ihnen beispielsweise Ihr Notebook gestohlen, kann das daher böse Folgen haben. Schützen Sie Ihre vertraulichen Daten vor allem auf Computern und Laufwerken, die nicht nur von Ihnen genutzt werden.

Hilfreich sind Verschlüsselungsprogramme, die Ihre Daten vor fremden Zugriffen schützen, etwa das Tool TrueCrypt, das im Internet kostenlos heruntergeladen werden kann. Dieses legt auf dem Datenträger ein zusätzliches virtuelles Laufwerk an, das mit einem Passwort geschützt wird. Ohne dieses Passwort lässt sich das Laufwerk nicht lesen, Ihre Daten bleiben vor Dritten geschützt.

Zum Schutz Ihrer Daten gehört auch, diese sorgfältig zu löschen, wenn Sie etwa Ihren Computer verkaufen wollen. Dateien, die Sie in den "Papierkorb" geschoben und gelöscht haben, können von Experten leicht wiederhergestellt werden. Unwiderruflich löschen lassen sich Daten mit kommerziellen Angeboten.

Verwenden Sie grundsätzlich Anti-Viren-Software und Anti-Spy-Programme, um Ihren Computer vor Angriffen von außen zu wappnen. Halten Sie schließlich die Sicherheitsupdates für Ihre Betriebssystem stets aktuell.

E-Mails

Schützen Sie Ihren elektronischen Briefverkehr vor unerwünschten Mitlesern. Verschlüsselungsprogramme wie Pretty Good Privacy (PGP) oder GNU Privacy Guard (GnuPG) helfen dabei. Mit den Programmen können virtuelle Schlüssel erzeugt werden. Den öffentlichen Schlüssel (Public Key) schickt man an die Korrespondenzpartner. Diese können damit künftig verschlüsselte Mails zurücksenden, die erkannt und dechiffriert werden. Wichtig: Sowohl Sie als auch Ihr Briefpartner müssen jeweils den öffentlichen Schlüssel des anderen besitzen.

Um Dateianhänge zu schützen hilft die Zip-Funktion: Werden Daten in einen Zip-Ordner komprimiert, lassen sie sich durch ein Passwort schützen. Eine schnelle und unkomplizierte Methode, um vertrauliche Inhalte per Mail zu versenden.

Seien Sie außerdem vorsichtig beim Öffnen unbekannter Dateianhänge. Schädliche Programme werden oft über solche Dokumente verbreitet. Im Zweifelsfall fragen Sie beim Absender nach, ob mit dem Dateianhang alles seine Richtigkeit hat.

WLAN und Downloads

Immer mehr Menschen verfügen über ein privates drahtloses Funknetz. Doch Vorsicht: Wenn Daten per Funk übertragen werden, besteht ein Sicherheitsrisiko - Kriminelle können aus ungeschützten Netzwerken persönliche Daten wie Passwörter und Login-Daten abschöpfen. Die Folgen können fatal sein. Ihr offener - also ungeschützter - Internetzugang kann außerdem problemlos von sogenannten "WLAN-Piraten" genutzt werden.

WLAN-Technik
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WLAN macht es dem User einfach, immer und überall an seine Daten zu kommen. Aber nicht nur ihm.

Und wenn über Ihren Zugang illegal Daten geladen werden oder Spam verschickt wird, können Sie dafür verantwortlich gemacht werden. Schützen Sie sich davor, indem Sie im Konfigurationsmenü Ihres WLAN-Routers das Standard-Password ändern.

Deaktivieren Sie schließlich die Möglichkeit einer Fernkonfiguration Ihrer WLAN-Einstellungen. Diese werden Sie für Ihr privates Netzwerk kaum benötigen. Sie schließen damit aber ein potenzielles Einfallstor für Datenhacker. Dasselbe Prozedere gilt, wenn Sie Voice over IP (VoIP) nutzen, also über das Internet telefonieren.

Bei Downloads sollten Sie darauf achten, dass die Download-Quelle vertrauenswürdig ist. Sollte sich etwa automatisch und ungefragt ein Download-Fenster öffnen, ist das ein Warnsignal.

Gewinnspiele

Viele Gewinnspiele sind nicht seriös und dienen vor allem dazu, arglose Nutzer auszuspionieren. Bisweilen tauchen im Internet sogenannte Phishing-Angebote auf, die denen großer Anbieter in Form und Layout sehr ähnlich sind. Mit solchen Phishing-Angeboten wird in erster Linie versucht, an private Daten und Kontoverbindungen heranzukommen, um diese dann weiterzuverkaufen. Achten Sie auf die Adressleiste Ihres Browsers. Diese kann Ihnen Hinweise geben, ob das Angebot gefälscht ist. Oftmals unterscheiden sich Adresse von Original und Fälschung nur um einen Buchstaben.

Um an einem Gewinnspiel teilzunehmen. sollten Sie niemals eine Software herunterladen oder Ihre Bank- oder Kreditkartendaten angeben.

Seien Sie auch bei traditionellen Gewinnspielen achtsam. Auch hier gilt: Augenmerk auf das Kleingedruckte. Nehmen Sie Abstand von einer Teilnahme, wenn die Weiterverwertung Ihrer Daten für Marketingzwecke oder durch "Partnerfirmen" des ausrichtenden Unternehmens angekündigt wird. Oft kann man dies im Internet durch eine Check-Box ausschließen.

Sichere Passwörter und Firewall

Für alle Accounts und Anwendungen gilt grundsätzlich: Wählen Sie ein sicheres Passwort und ändern Sie dieses regelmäßig. Gängige Wörter und Zahlenkombinationen stellen für geübte Hacker keine große Hürde dar. Im Idealfall sollte der gewählte Begriff deshalb mindestens acht Zeichen beinhalten, aus Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen. Es sollte zudem kein Wort einer bekannten Sprache gewählt werden. Hilfe bei der Erstellung guter Passwörter bieten kostenlose Programme wie der "Password Generator", den es gratis im Netz gibt.

Installieren Sie eine Firewall oder nutzen Sie die bereits auf Ihrem Betriebssystem vorhandene. Eine Firewall schützt bei richtiger Konfiguration vor Angriffen aus dem Internet und verhindert zudem bei einer Infektion des PCs mit einem Computerschädling, dass ausspionierte Daten an einen Angreifer übersendet werden können.

Pressezentrum in Peking
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Wohl dem, der sein Passwort häufiger wechselt.

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