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[Bildunterschrift: Erwin Huber und Edmund Stoiber auf dem CSU-Parteitag ]
Der CSU-Parteitag in München hat den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Huber bekam in der Kampfabstimmung gegen Bundeslandwirtschafts- minister Horst Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli 58,2 Prozent der Delegiertenstimmen. Seehofer kam auf rund 39 Prozent, Pauli auf 2,5 Prozent. Dies war die erste Kampfabstimmung um den CSU-Vorsitz. Huber hatte als klarer Favorit gegolten.
Unmittelbar danach wurde Seehofer mit einem guten Ergebnis als Parteivize bestätigt. Er bekam knapp 92 Prozent der Delegiertenstimmen. Bei der Vorstandswahl vor zwei Jahren waren es 83 Prozent gewesen. Auch die drei anderen Stellvertreter wurden bestätigt: Die frühere bayerische Sozialministerin Barbara Stamm erhielt eine Zustimmung von 86,9 Prozent, die bayerische Justizministerin Beate Merck 79,4 Prozent. Das schlechteste Ergebnis fuhr der Europapolitiker Ingo Friedrich mit 74,2 Prozent ein. Hubers Amtsvorgänger Stoiber wurde zum CSU-Ehrenvorsitzenden gekürt. Er ist nach den früheren CSU-Chefs Hans Ehard und Josef Müller der dritte.
[Bildunterschrift: Strahlender Sieger: Erwin Huber ]
In seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz hatte Huber angekündigt, Stoibers Kurs fortzusetzen. "Wir brauchen keine neue CSU, sondern wir fahren mit dem Bewährten und Guten fort", sagte er. Er beschwor die Geschlossenheit der Partei nach der monatelangen Führungskrise.
Er selbst habe sich stets in den Dienst der CSU und Bayerns gestellt. Gemeinsam mit dem designierten bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein werde er ein Vorbild an Partnerschaft sein und die Partei zusammenhalten.
[Bildunterschrift: Horst Seehofer während seiner Rede ]
Sein Hauptkonkurrent, Bundesagrarminister Horst Seehofer, umwarb vor allem die Parteibasis, bei der er sehr populär ist. "Das ist der größte Schatz, den wir in der CSU haben, unsere Basis." Seehofer ging auch auf die monatelange Hängepartie zwischen Ehefrau und Geliebter ein.
Er sprach von eigener Unvollkommenheit, beschwor aber dennoch das traditionelle Familienbild der CSU. Seehofer dankte Huber für einen fairen Wahlkampf und sagte Beckstein seine Unterstützung zu - auch im Falle einer Niederlage.
[Bildunterschrift: Gabriele Pauli umringt von Pressevertretern ]
Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die als chancenlos galt, sagte, viele Bürger hätten es satt, dass Politiker ihre persönliche Meinung und lebendige Debatten zu Gunsten von Parteidisziplin unterdrückten. "Ich tue das nicht", sagte sie: "Politik muss die Menschen ein Stück glücklicher machen."
Sie bekräftigte ihren Vorschlag für eine Ehe-Befristung, mit dem sie für Aufruhr gesorgt hatte. Sie sprach sich außerdem gegen das von der CSU-Spitze geforderte Betreuungsgeld aus. Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstags hatte Pauli für einen Eklat gesorgt.
Zuvor war Bayerns Innenminister Günther Beckstein mit großer Mehrheit als Spitzenkandidat für die Nachfolge Edmund Stoibers als Ministerpräsident nominiert worden. Er erhielt 96,6 Prozent der Delegiertenstimmen.
[Bildunterschrift: Emotionale Rede: Günther Beckstein ]
Beckstein hatte zuvor in seiner Bewerbungsrede betont, der Wechsel an der Spitze sei "weder Bruch noch Umbruch", sondern "Kontinuität, aber auch Wandel". Er werde Stoibers Politik selbstverständlich fortsetzen, aber auch eigene Akzente setzen: "Es klappt nie, jemanden zu kopieren - und das mache ich nicht." Sein Motto werde sein: "Kontinuität mit meiner eigenständigen Person im Mittelpunkt".
Beckstein sagte weiter, er setze auf "Mannschaftsleistung". Der protestantische Franke warb um die Zustimmung aller CSU-Mitglieder. "Ich hoffe, Sie spüren, mein Herz schlägt für ganz Bayern, für alle Regionen, für alle Stämme, für alle, die hier leben und arbeiten", rief er in den Saal. Beckstein hatte seine Rede erst nach minutenlangem Applaus beginnen können. Anders als bei der Abschiedsrede Stoibers war der Saal komplett besetzt.
[Bildunterschrift: Edmund Stoiber bei seiner letzten Rede auf dem CSU-Parteitag ]
In seiner Abschiedsrede als CSU-Chef rief Stoiber die Union zum Kampf um den Erhalt der Regierungsmehrheit und gegen die Linke auf. "Unsere Aufgabe als CDU/CSU ist es, dass ohne uns nicht regiert werden kann", sagte Stoiber. "Die Erben der Mauerschützen-Kommunisten dürfen in Deutschland niemals mit an die Macht kommen." Mit Blick auf die künftige Trennung der Ämter des Parteichefs und des Ministerpräsidenten sagte Stoiber: "Jetzt liegt die Verantwortung wieder auf zwei Schultern. Macht einen Vorteil daraus für die CSU und vor allem: haltet mir die CSU zusammen."
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