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Nach Bericht über versuchte Einflussnahme
Aus für CSU-Sprecher Strepp
Der wegen des Anrufs beim ZDF in die Kritik geratene CSU-Sprecher Hans Michael Strepp ist zurückgetreten. Parteichef Horst Seehofer habe Strepps Bitte entsprochen, ihn von der Aufgabe des Pressesprechers zu entbinden, teilte die CSU mit.
Am Rande einer Landtagssitzung sagte Seehofer, der Rücktritt sei unvermeidlich gewesen: Ein Parteisprecher sei die Schnittstelle zu den Medien, deshalb habe Strepp seine Aufgabe angesichts der unterschiedlichen Bewertungen seines Anrufs beim ZDF nicht fortführen können. Seehofer betonte aber, Strepp habe versichert, dass er von niemandem einen Auftrag für das Telefonat gehabt habe.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sprach von einem Bauernopfer. "Es ist schwer vorstellbar, dass der Pressesprecher völlig eigenmächtig handelte", sagte sie. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt solle "für Transparenz im eigenen Laden" sorgen.
Telefonaffäre - CSU-Sprecher tritt zurück
N. Neumaier, BR
25.10.2012 12:51 Uhr
Anruf und SMS in der "heute"-Redaktion
Strepp hatte am Wochenende in der "heute"-Redaktion des ZDF angerufen und offenbar auch mehrere SMS geschickt. Dabei versuchte er dem Sender zufolge vergeblich, einen Bericht in der Hauptnachrichtensendung um 19.00 Uhr über den Landesparteitag der bayerischen SPD in Nürnberg zu verhindern. Strepp bestreitet dies bislang. In einem Brief an den stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Peter Frey schrieb er, er wolle klarstellen, dass er "selbstverständlich auf die Berichterstattung des ZDF weder Einfluss genommen habe noch dies vorhatte."
Kontakt auch mit der ARD
Strepp hatte sich am Sonntag auch bei einem Fernseh-Korrespondenten im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin gemeldet. Er erkundigte sich per SMS danach, ob die ARD über den SPD-Landesparteitag berichte. Laut "Süddeutscher Zeitung" hatte Strepp in dem Gespräch mit dem ZDF-Redakteur argumentiert, die tagesschau berichte auch nicht über den SPD-Parteitag. Tue das ZDF dies dennoch, werde dies "Diskussionen nach sich ziehen".
Tatsächlich berichteten sowohl die tagesschau als auch "heute" über das Thema. Der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, bezeichnete es als "in der Tat unüblich", dass sich Parteivertreter in Redaktionen der Sender über eine andere Partei erkundigen. Zugleich stellte er klar, dass sich die Antwort des ARD-Korrespondenten auf die Arbeit des Hauptstadtstudios bezogen habe. Zuständig für die Berichterstattung aus den Ländern sei die jeweilige Landesrundfunkanstalt gewesen - in diesem Fall der Bayerische Rundfunk.
Stand: 25.10.2012 13:31 Uhr
