Horst Seehofer und Angela Merkel | Bildquelle: dpa

Merkel auf CSU-Parteitag Als wäre nichts gewesen

Stand: 15.12.2017 20:45 Uhr

Vorbei die Zeiten des Streits und der Provokationen - blanke Harmonie demonstriert die CDU-Chefin Merkel auf der Bühne des Parteitags der CSU in Nürnberg. Nur hinter den Kulissen melden sich die Kritiker.

Von Marie von Mallinckrodt, ARD-Hauptstadtstudio

Sie stehen gleich am Eingang, im Foyer. Es ist eine Art Mini-Demo. Einige Herren der Mittelstandsunion halten Schilder hoch. Jeder, der in die Parteitagshalle will, muss an ihnen vorbei. "Keine Koalition um jeden Preis" oder "Soli weg! Jetzt!" steht dort geschrieben. "Wir fürchten eine gewisse Sozialdemokratisierung unserer Partei. Eine weitere Rücknahme von Reformen oder Rezepten aus der linken Mottenkiste des vergangenen Jahrhunderts stellt eine Gefahr für Wachstum und Arbeitsplätze dar“, sagt der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach. Und ein Mittelstandsvertreter aus München und langjähriger Stadtrat, Thomas Schmatz, meint, es sei schön, dass Angela Merkel komme, aber aus seiner Sicht sei von dem Besuch nichts zu erwarten. Und verweist dann unter anderem auf das Jahr 2015: "Das Verhalten war falsch und das hat sie bis heute nicht verinnerlicht."

CDU-Chefin Merkel | Bildquelle: dpa
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Alles wieder gut bei der Union? CDU-Chefin Merkel beim CSU-Parteitag.

Doch was sich hier in der Eingangshalle an Zwischentönen und Kritik abspielt, verstummt drinnen im Saal. Der starke Wunsch nach Geschlossenheit schwebt über allem. Es ist beinahe so, als hätte es nie Dissens gegeben. Nicht zwischen Markus Söder und Horst Seehofer und nicht zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer.

Blick fest nach vorn

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer fordert zum Auftakt des Parteitags Geschlossenheit und Entschlossenheit, Seehofer spricht davon, Merkel spricht von Einigkeit. Der Blick soll nicht zurückgehen, lieber nach vorn. Schließlich gibt es in einem halben Jahr eine Landtagswahl in Bayern.

Söder soll morgen auf dem Parteitag zum Spitzenkandidaten gekürt werden, Seehofer stellt sich als Parteichef zur Wiederwahl. Einer hat vorab bereits seine Kandidatur zurückgezogen: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der zuletzt wegen seines Alleingangs in Brüssel zumindest bei der Schwesterpartei CDU sehr in Kritik geraten war. Auch er schreibt in seiner Erklärung die heute so oft bemühten Worte: Ein Signal der Geschlossenheit solle vom Parteitag ausgehen, denn "unser Erfolgsrezept als CSU war immer eine starke Achse München-Berlin. Dafür ist es unerlässlich, dies im Parteipräsidium abzubilden."

Sebastian Kraft, BR, mit Eindrücken vom CSU-Parteitag
nachtmagazin 01:00, 16.12.2017, Sebastian Kraft, BR

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Die Harmonie macht misstrauisch

Die Geschlossenheit funktioniert heute nach außen hin so gut, dass Merkel bei einem kräftigen Klatschen inmitten ihrer Rede, erstaunt ob der ungewöhnlichen Zustimmung, fragt: "Gab es gerade ein Twitter-Signal zu klatschen?" Sie sagt auch einen Satz, den Seehofer nach ihrer Rede noch einmal freudig, leicht abgewandelt zitieren wird: "Ob sie es glauben oder nicht, ich freue mich wieder auf einem CSU-Parteitag zu sein", sagte Merkel und Seehofer spielt den Ball zurück: Er freue sich - über sie. Mehr öffentliche Liebelei geht kaum.

Für Thomas Schmatz, den Vertreter der Mittelstandsunion, bleibt es trotzdem dabei: CDU und CSU waren und bleiben ein Zweckbündnis: "Wir haben Merkel höflich begrüßt, so wie sich das gehört", sagt er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

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