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Der Computerschädling "Conficker" hat bei den Armeen in Frankreich und Großbritannien die Kommunikation zusammenbrechen lassen. Nun räumt auch die Bundeswehr einen massenhaften Befall ihrer Rechner ein, weigert sich aber seit Tagen, Auswirkungen zu benennen.
Von Alexander Richter, tagesschau.de
[Bildunterschrift: Rechner der Bundeswehr sind massenhaft vom Virus "Conficker" befallen. ]
Der Computerschädling "Conficker" hat mehrere hundert Rechner der Bundeswehr lahmgelegt. Seit Donnerstag sei die Zahl der befallenen Computer sprunghaft angestiegen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber tagesschau.de. Noch am Mitwoch hatte das Ministerium auf eine direkte Anfrage "nur drei Fälle einer Infektionen mit der Schädlingsfamilie 'Conficker'" schriftlich bestätigt. In dem Schreiben hieß es auch, dass das "Computer Emergency Response Team der Bundeswehr (CERTBw) präventiv alle Dienststellen der Bundeswehr über die Bedrohung und die zu treffenden Schutzmaßnahmen informiert" habe. Zusätzlich sei in der ständigen Überwachung der Netzwerke der Bundeswehr ein besonderer Augenmerk auf das Auftreten dieser speziellen Schädlingsfamilie gelegt worden.
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Trotz dieser besonderen Schutzmaßnahmen des CERTBw fand "Conficker" nun offensichtlich seinen Weg in die Rechner der deutschen Streitkräfte. Einzelne Dienststellen seien vom Bundeswehr-Netzwerk getrennt worden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, teilte das Verteidigungsministerium mit. Trotzdem versicherte ein Sprecher auf Nachfrage, dass es keine "operativen Einschränkungen" gebe. Es seien Abwehrmaßnahmen eingeleitet. Das Bundesverteidigungsministerium macht trotz mehrfacher Nachfragen von tagesschau.de seit Tagen keine Angaben zu betroffenen Einheiten und Einrichtungen oder irgendwelchen Auswirkungen des Schädlingsbefalls.
[Bildunterschrift: Die Bundeswehr gibt keine Auskunft, welche Auswirkungen "Conficker" hat. ]
In anderen europäischen Armeen hatte "Conficker" für teils erhebliche Einschränkungen gesorgt. In Frankreich beispielsweise mussten laut eines Berichts des Online-Dienstes "intelligenceonline.fr" Mitte Januar Kampfjets am Boden bleiben, weil der Schädling Computernetzwerke der französischen Luftwaffe befallen hatte und daraufhin beispielsweise Einsatzpläne fehlten. Zumindest kurzzeitig sei auch die militärische Kommunikation nur noch per Fax und Telefon möglich gewesen, hieß es weiter. Auf Rechnern der britischen Streitkräfte ist "Conficker" wahrscheinlich ebenfalls aufgetaucht. Dort soll nach einem Bericht der BBC von Ende Januar der E-Mail-Verkehr der Militärs wegen eines Virus-Befalls auch erheblich behindert worden sein.
Das Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit Wochen vor dem Schädling, der Systeme mit dem Betriebssystem Windows infiziert. Windows-Hersteller Microsoft bietet seit Oktober 2008 einen sogenannten Sicherheitpatch an, der einen Befall mit "Conficker" verhindert. Unklar ist, warum dieser Sicherheitspatch offenbar nicht auf Windows-Systemen der Bundeswehr installiert ist. Es gibt auch zahlreiche andere Schutzprogramme gegen den Schädling. Microsoft hat eine Belohnung von 250.000 Dollar für Hinweise für den oder die Programmierer von "Conficker" ausgesetzt.
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